Phantom – Kapitel 1.6

„Caroline! Caroline, ich muss unbedingt auf die Toilette!“

„Ist gut!“

Lisa stürmte los. Irgendwo hinten an der Seite waren doch die Klos gewesen. Sie hatte das zu Hause vor Aufregung völlig vergessen und war nun am Ende des Konzerts wie auf glühenden Kohlen gestanden. Vor allem, nachdem sie sich in der Pause mit Caroline noch eine Cola an der Bar am Rand der Bühne geteilt hatte.

Sie fand die Tür,  die aus dem Saal führte, quetschte sich in dem dahinter liegenden Korridor an einigen Wartenden vorbei, lief weiter geradeaus und riss die nächste Tür auf.

Sie stockte. Das war eindeutig nicht das Klo. Das war ein Hinterausgang, der in einen kleinen Hof führte. Es war düster und dreckig. Hier wollte sie nicht hin, sie musste doch so dringend.

„Lisa, das Klo ist da drüben. Wo die ganzen Leute anstehen.“

„Caroline!“ Überrascht fuhr Lisa herum, sah ihr Freundin hinter sich stehen.

„Ich brauch mal frische Luft“, stöhnte Caroline. „Wenn man die ganze Zeit im Raum mit der Bühne bleibt, merkt man das ja nicht, aber es ist total stickig da drin.“

„Na, wenn du meinst.“ Lisa warf einen skeptischen Blick auf die Warteschlange, durch die sie sich eben gequetscht hatte. „Aber bis ich endlich dran bin, bin ich ja schon geplatzt.“

„Dann geh ins Männerklo.“

„Was? Nein!“ Lisa machte einen schnellen Schritt und stellte sich ordnungsgemäß in die Schlange, die sich vor der Klotür, an der sie vorhin vorbeigerannt war, weil einfach zu viele Leute davor gestanden waren, gebildet hatte.

Caroline zuckte die Achseln und trat an die offene Hintertür, hinter der Lisa fälschlicherweise zuerst das Klo vermutet hatte. So wie es aussah, war sie von außen nicht aufzubekommen, aber trotzdem konnte man sich von dort doch in den Club hereinschleichen, ohne an der Kasse vorbei zu müssen. Vorausgesetzt, jemand öffnete von innen die Türe. Da war nämlich eine schmale Gasse schräg gegenüber, die irgendwo in eine Nebenstraße führen musste. Caroline vergewisserte sich, dass die Türe aufblieb, und trat nach draußen. Jetzt, nach dem Ende des Konzerts, konnte ja niemand etwas dagegen haben, dass hier offen war.

Lisa rückte langsam vorwärts. Sie tippelte auf der Stelle, obwohl sie wusste, dass das eher kontraproduktiv war, aber es lenkte sie ab. Wieder kam ein Mädchen aus der Toilette, und sie konnte einen Schritt weiter. Plötzlich hörte sie einen Schrei.

Phantom

Advertisements

7 Kommentare zu „Phantom – Kapitel 1.6

  1. Der Satz hinter „Was? Nein!“ ist zu lang und zu verschachtelt.
    Den erschrockenen Ausruf „Caroline!“ kannst du getrost weglassen; Lisas Schreck darüber, dass ihre Freundin überraschend hinter ihr steht, wird auch so deutlich ;-)
    An einer Stelle hast du versehentlich von Lisas zu Carolines Perspektive gewechselt. Prinzipiell wäre es wahrscheinlich spannender, wenn Lisa und die Lesenden erst einmal gar nicht mitbekommen, dass Caroline durch den Hinterausgang nach draußen geht.
    Eins merkt dem Kapitel die Jahre an. Kapitel zwei liest sich schon ganz anders.

    Gefällt 1 Person

    1. Schon wieder danke für deine Ratschläge!
      Ja, tatsächlich hat 1 schon einige Jahre auf dem Buckel … Ich finde es interessant, dass du das als Leser sofort merkst bzw. dass der Unterschied wirklich so auffällig ist. Vermutlich wäre es sogar am besten, 1 am Ende nochmal komplett neu zu schreiben?

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.