Mangavorstellung: Conviction Dragnet, Band 1

Der erste Band von Conviction Dragnet, Fangnetz des Schicksals, ist im August dieses Jahres bei Panini Manga zum Preis von 7,99€ erschienen. Ob sich diese Anschaffung lohnt? Das will ich in diesem Beitrag für euch klären.

Der Autor bzw. die Autorin der Reihe ist Michiru Fushino. Von ihr habe ich auf dem deutschen Markt bisher noch nichts gefunden. Zeichnerin ist Suzuka Oda, die unter anderem schon bei Psycho Detective Yakumo und Attractive Detectives mitwirkte. Wer also einen dieser Manga kennt, kann ungefähr erahnen, was ihm bei Conviction Dragnet optisch blüht. Aber dazu später mehr. Erst einmal will ich kurz auf das Setting und die Handlung eingehen, hoffentlich ohne zu spoilern ;-)

Wir befinden uns in einer Welt, in der eine unbekannte Krankheit, die, in Anlehnung an die Pest, „Rote Seuche“ genannt wird, einen Großteil der Weltbevölkerung ausgelöscht hat. Der exzentrische Ruslan Kusaka hat diese Krankheit überlebt und wohnt seitdem in einem nicht mehr benutzten Krankenhaus. Für den Polizisten Ryou Sanajima beginnt er als Arzt, genauer, als Leichenbeschauer zu arbeiten. Seine bislang rein theoretischen Kenntnisse kann er nun endlich in der Praxis testen. Dabei ist seine größte (oder einzige?) Motivation, eine „schöne“ Leiche auf den Seziertisch zu bekommen (Exzentriker eben). Ryou bemüht sich zwar, Ruslans eigenartige Ansichten in die, aus seiner Sicht, richtigen Bahnen zu lenken, doch so ganz will ihm das noch nicht gelingen. Ihm bleibt also nichts anderes übrig, als den Arzt mit Sonderapprobation erst einmal so zu nehmen, wie er ist, wenn er Hilfe von ihm bei seinen Fällen bekommen möchte.

Nun zu dem, wie ich diesen ersten Band fand. Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich mir aufgrund des Klappentextes und der Genreangabe etwas anderes erwartet habe. Der Manga ist als Mystery-Manga gekennzeichnet, doch so ganz kann ich dem nicht zustimmen. Von wirklich mysteriösen, übernatürlichen Begebenheiten ist, zumindest im ersten Band, nichts zu finden. Ich würde den Manga zunächst eher in die Kategorie Krimi packen. Auch aus der Idee mit der Epidemie, die zwar nicht wirklich neu ist, aber das ist erst mal nicht entscheidend, wird in Band 1 noch recht wenig gemacht; da hatte ich mir mehr erhofft.

Die Autorin ist sehr bemüht, Ruslan als Exzentiker darzustellen. Dass dieser dabei manchmal recht kindisch wirkt, ist leider eine Folge davon und das Bild des „unnahbaren, geheimnisvollen Exzentrikers“ (das er vermutlich darstellen soll) leidet darunter. So richtig ist mir Ruslan bisher auch nicht ans Herz gewachsen, dazu ist er mir nicht authentisch genug und zeigt kaum nachvollziehbare Gefühle. Mit Ryou konnte ich dagegen mehr anfangen. Er ist zwar der typische, japanisch-bemühte Polizist, aber das ist ja nicht unbedingt verkehrt. Die Andeutung auf das, was ihn antreibt, hat mich neugierig gemacht und ich bin auf die Auflösung gespannt. Was mir (noch) nicht klar ist, ist die Tatsache, wie Ryou überhaupt von Ruslan, der das Krankenhaus nie zu verlassen scheint, erfahren hat. Ich hoffe, das wird noch stimmig aufgelöst, da daran ja die komplette, nachfolgende Handlung hängt. Weitere Logikhänger, z. B. wie Ruslan bislang ohne Geld, also auch ohne Strom (und Wasser?) über die Runden gekommen ist, sind mir zwar aufgefallen, doch man kann sich hierfür auch selbst eine mögliche Erklärung zurecht basteln. Dass Ryou recht freigebig über Leichen(-teile) verfügen kann und dies auch zur Genüge ausnutzt, wird mit der Katastrophe und dem daraus resultierenden Mangel an kompetenten Arbeitskräften begründet. Hieran darf man sich beim Lesen nicht stören, ansonsten fällt der Manga wohl bei einem durch.

Der Manga ist ohne Frage sehr hübsch anzusehen. Odas Zeichnungen sind klar, aufgeräumt und doch detailliert, was das Lesen angenehm macht. Es lassen sich alle Personen ohne Zweifel voneinander unterscheiden (gut, so viele verschiedene sind bislang auch noch nicht vorgekommen) und sowohl die Mimik als auch die Proportionen sind stimmig.

Alles in allem finde ich das Setting des Manga interessant und hoffe sehr, dass daraus noch mehr wird als eine reine, wenn auch unterhaltsame Aneinanderreihung von polizeilichen bzw. pathologischen Ermittlungsarbeiten. Das Hinzukommen einer weiteren Hauptperson in der zweiten Hälfte des ersten Bandes hat meine Hoffnung zwar nicht bestärkt, aber ich bleibe optimistisch. Die Grundidee und die optische Ausführung haben einfach etwas über unterhaltsamem Standard verdient.

Vielleicht habe ich euch ja neugierig gemacht?

Viele Grüße und bis zum nächsten Mal

Michaela

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