Mangavorstellung: BEYOND EVIL

Hallo zusammen!

Heute möchte ich euch die vierbändige Mangareihe BEYOND EVIL, die 2017 im KAZÉ-Verlag erschienen ist und sich in den Genres Horror, Mystery, Fantasy, Action tummelt, vorstellen. Zum ersten Band habe ich vor einiger Zeit schon meine Meinung kundgetan, nun folgt das Fazit der kompletten Reihe, die von Ogino gezeichnet ist, wobei die Story von Miura stammt. Auch die Bände zwei bis vier habe ich von AV Visionen kostenfrei für diese Vorstellung zur Verfügung gestellt bekommen. Herzlichen Dank!

Die Hauptfigur von BEYOND EVIL ist der Schüler Gota Terajima, ein eher draufgängerischer Jugendlicher mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Er gerät nicht so ganz freiwillig in die Situation, mit einer Art Todesgott in Menschengestalt einen Vertrag, der ihn zum Helfer des Todesgottes erklärt, abzuschließen. Todesgötter handeln mit der Lebenszeit von Menschen: So gibt es Menschen, die ihre Lebenszeit für Geld verkaufen, und Menschen, die sich für Geld ein paar Jahre mehr gönnen möchten. Gotas Todesgott bzw. sein Mentor, Viktor, ist dabei ein recht harter, skrupelloser Verhandlungspartner, der allerdings einmal getroffene Vereinbarungen pflichtgemäß einhält. Außerdem scheint er, was seine übernatürlichen Kräfte angeht, von seinen Todesgottkollegen (der Handel mit Lebenszeit ist ein überaus lukratives Geschäft) respektiert oder doch zumindest gefürchtet zu werden. Dass deswegen auch Neid und Missgunst nicht fern sind, bekommt Gota relativ schnell zu spüren.

Beyond Evil
Beyond Evil, Bände 1-4

Insgesamt finde ich die fantastische Seite des Manga sehr gut in die normale, irdische Welt integriert. Die Todesgötter erscheinen wie Kredithaie, Mafiosi oder Schwarzmarkthändler, deren Geschäft wie alle anderen „bekannten“ Hinterzimmergeschäfte abläuft. Das ist auch der Fokus des ersten Bandes. Gota wird in die ihm neue Welt eingeführt. Gleichzeitig wird am Ende von Band 1 aber auch schon angedeutet, dass neben dem Lebenszeithandel noch etwas anderes existiert, das Viktor umtreibt.

Im zweiten Band verschiebt sich das Augenmerk hin zur Beziehung zwischen Gota und seiner Schulfreundin Yumi. Der Lebenszeithandel ist mehr nur der Aufhänger für die deutlich transzendentere Geschichte, die sich hier entspinnt. Gota begegnet den Gesetzesvollstreckern, Wesen aus der jenseitigen Welt, die die Einhaltung von Recht und Ordnung bezogen auf das Leben und Sterben der Menschen und eben auch die Taten der Lebenszeithändler überwachen. Die Story erinnert mich hier ein wenig an die Geschichte von Orpheus und Eurydike. Dass Viktors Kräfte über das reine Hin- und Herschieben von Lebenszeit hinausgehen, wird nun mehr als deutlich, auch wenn mich diese Entwicklung der Handlung doch überrascht hat. Der Bezug zum irdischen Leben geht aber auch hier nicht verloren; so wird zum Beispiel das Thema Mobbing an Schulen angesprochen.

Die Bände 3 und 4 sollten, im Gegensatz zu 1 und 2, unbedingt am Stück gelesen werden, da sich das neue Thema, das in Band 3 beginnt, bis in den vierten Band fortsetzt. Gotas Entwicklung macht in diesen zwei Bänden große Sprünge und es wird endlich klar, was überhaupt Viktors Beweggründe sind, sich um den Schüler zu kümmern. Viel genauer will ich hier aber nicht auf die Handlung eingehen, da ich euch ja sonst sämtliche Spannung nehmen würde. Der kleine Cliffhanger am Ende von Band 1 wird im letzten Band in seinem vollen Ausmaß wieder aufgegriffen, was der vierbändigen Reihe ein rundes Gesamtbild verleiht. Der Schluss an sich hat mir ziemlich gut gefallen – auch wenn ich mir sicher bin, dass nicht jeder von euch der gleichen Meinung sein wird. Denn so ein richtiger Schluss ist es, genau genommen, nicht. Es wird nämlich eine sehr wichtige Frage von Autor Miura bewusst offen gelassen und ein wenig hatte ich nach dem Lesen das Gefühl, dass eigentlich wieder alles auf Anfang steht. Das stimmt so natürlich nicht, denn gerade für Gota hat sich die Welt (also seine Welt) um 180 Grad gedreht, doch wenn ihr die Reihe gelesen habt, werdet ihr vermutlich verstehen, was ich meine. Dass sich Gota während dieser Zeit in seinem Charakter nicht groß verändert hat, war für mich durchaus schlüssig und passt zu ihm als Figur.

Ganz zu Anfang habe ich ja noch nicht so genau gewusst, ob ich Gota nun sympathisch finden soll oder nicht, aber für einen Draufgänger ist er eigentlich ganz okay, kann ich nun sagen. Viktor ist natürlich ein sehr interessanter Charakter. Was seine Absichten angeht, wird man als Leser längere Zeit um Dunklen gelassen – doch das ist genau eine der Thematiken, die den Manga so spannend machen. Die vielen Nebenfiguren, die guten wie auch die bösen, tragen ebenfalls ihren Teil zur Geschichte bei. Wobei zum Glück unter den Bösewichten auch einige sind, die nicht einfach nur böse sind, damit Gota (und Viktor) überhaupt etwas zu tun haben. Einige der Figuren hätten sicherlich ein paar Auftritte mehr haben können, um ihre Motive genauer darzustellen, aber bei der Fülle an Handlung, die in den (in diesem Fall) nur vier Bänden enthalten ist, war dafür wohl einfach kein Platz mehr.

Zu den Zeichnungen kann ich nicht viel mehr sagen, wie schon im Beitrag zu Band 1. Sie sind recht detailliert, dabei aber nicht zu filigran. Die Actionszenen nutzen zwar eine Menge Bewegungslinien, doch die Bewegungen und Figuren an sich sind dabei immer noch gut erkennbar. Ab und an wirken die Gesichter zwar ein wenig verschoben, doch insgesamt bekommt Zeichner Ogino das ordentlich hin. Gerade die fiesen, bedrohlichen Mimiken sind im Manga überzeugend dargestellt. Besonders auffallend ist die Figur von Prince, der auch auf dem Cover von Band 3 abgebildet ist. Ihn und seine Gesichtsausdrücke hat der Zeichner wirklich gut hinbekommen. Von den Covern gefällt mir das des zweiten Bandes am wenigsten, vielleicht auch, weil ich lieber den Nerd Tatsuya anstatt Fiesling Kiyoto darauf gesehen hätte. Das soll aber nur eine persönliche Bemerkung am Rande sein.

Beyond Evil
Beyond Evil

Insgesamt kann ich den Manga allen empfehlen, die eine düstere, actionreiche Story mit einer (zumindest für mich) unerwarteten Entwicklung mögen. Blut und fliegende Körperteile sollte man aber, auch wenn sie nicht übermäßig oft vorkommen, vertragen können. Mit vier Bänden hat die Reihe auch eine angemessene Länge.

Falls ihr BEYOND EVIL ebenfalls gelesen habt, bin ich natürlich auf eure Meinungen gespannt!

Viele Grüße

Michaela

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4 Kommentare zu „Mangavorstellung: BEYOND EVIL

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