Mangavorstellung: Mauri und der Drache Band 2

Mit Mauri und der Drache 2 ist 2017 eine Fortsetzung der kurzen Boys Love-Reihe bei → KAZÉ erschienen. Ähnlich wie auch schon der erste Band beinhaltet der Manga von Zeichnerin Haruhira Moto mehrere  Kurzgeschichten über wandernde Götter und ihre Begegnungen mit der Liebe.

In der Welt des Manga gibt es Götter, die in (teils fantastischer) Tiergestalt durch die Gegend ziehen und deshalb wandernde Götter genannt werden. Sie haben dabei stets einen Einfluss auf ihre Umwelt – können Pflanzen zum Sprießen bringen oder auch Unheil heraufbeschwören. Findet ein solcher Gott seine Liebe und wird diese erwidert, nimmt er eine Gestalt in der Spezies seines Liebsten an und wird sesshaft. Diese Begebenheit ist die Grundlage aller Kurzgeschichten, die in dem Band versammelt sind.

 

Gefreut hat mich beim Lesen von Mauri und der Drache 2 das Wiedersehen mit dem Menschenjungen Mauri und seinem weißen Drachengott, die schon in Band ihren Auftritt hatten. Zwar gibt dieses Pärchen dem Manga seinen Namen, doch prinzipiell hätte es in Band 1 auch jede andere der Kurzgeschichten sein können, da alle ungefähr gleich lang waren. In Band 2 sehen wir Mauri nun ein paar Jahre später wieder und erfahren ein bisschen was von seinem Alltagsleben mit seinem Gott, der nun auch einen Namen bekommt: Raika. Der nächste erfreuliche Punkt an Band 2 ist der, dass die Hauptgeschichte (ich bezeichne sie als solche, da sie die längste von Band 2 ist), die sich nicht um Mauri und Raika dreht, sondern um den jungen Mann Itsuka und einen schwarzen Drachen, mit Mauri und Raika aber zu einem kleinen Teil zusammenhängt. Von der Mauri-Kurzgeschichte wird zur Itsuka-Geschichte übergeleitet und somit steht diese nicht komplett für sich alleine. Die anderen Geschichten, die in Mauri und der Drache 2 erzählt werden, sind unabhängig voneinander, spielen zum Teil auch in unterschiedlichen Zeiten.

Bild von Mauri und Drachengott Raika
Mauri und Drachengott Raika (und Wolfsjunge)

Entgegen allgemeiner Klischees ist kaum eine der Kurzgeschichten in dem Manga nach Schema F aufgebaut, was ja bei vielen BL-Mangas gerne kritisiert wird. Insbesondere endet nicht jede der Storys mit einem typischen „Friede, Freude, Eierkuchen“. Gerade die Geschichte um Itsuka und den schwarzen Drachen beginnt quasi mitten im Geschehen und hört auch genau so offen auf. Sie erzählt genau einen Abschnitt aus dem Leben der beiden, nicht mehr und nicht weniger. Zu den Hintergründen, vor allem zur Beziehung zwischen Itsuka und dem Drachengott, erfährt man nicht viel. Das kann man nun gut finden oder auch nicht, wobei bei mir ersteres zutrifft. In einer anderen Geschichte bleibt die Liebe gänzlich einseitig, und in einer weiteren geht es zum Beispiel überhaupt nicht um Menschen. Gerade dieser Aspekt betont meiner Meinung nach die Intention der Mangaka, dass es in den Geschichten nicht um Körperlichkeiten geht (diese sind auch wirklich selten und nie explizit), sondern vielmehr um Gefühle und vor allem Stimmungen.

Bild von Itsuka und Drachengott Gaira
Itsuka und Drachengott Gaira

Verglichen mit Band 1 hat mich der zweite Teil, im Nachhinein betrachtet, nicht ganz so überzeugt, was aber, glaube ich, vor allem an den Zeichnungen liegt. Der Zeichenstil an sich ist eher zart, was gut zu den Inhalten der Geschichten passt und mich grundsätzlich auch nicht stört. An ein paar Stellen kommt er mir aber ein wenig schludrig vor und leider mochte ich das Charakterdesign des menschlichen Protagonisten aus der Kurzgeschichte Der Gott auf der Mauer nicht so sehr. Das ist aber meine ganz und gar persönliche Ansicht.

[Da es zu Band 2 keinen eigenen Buchtrailer gibt, → hier nochmal der Link zum Trailer von Mauri und der Drache 1.]

In ihrer Art sind sich beide Bände sehr ähnlich und vieles, was ich hier geschrieben habe, trifft auch auf Band 1 zu – selbst wenn es, wie ich jetzt sehe, in meiner → kurzen Vorstellung von Band 1 nicht steht. Bei Band 1 habe ich offenbar vor allem auf den Unterschied zu den anderen Manga der Catch ’em all-Reihe des KAZÉ Verlags geachtet. Von einem dritten Band ist mir aktuell übrigens nichts bekannt.

Zum Schluss danke ich KAZÉ und AV Visionen für die Zusendung des Rezensionsexemplars und darf an dieser Stelle schon mal bekannt geben, dass es demnächst noch ein kleines Gewinnspiel zu Mauri und der Drache hier auf dem Blog geben wird.

Viele Grüße, bis dahin

Michaela

P.S. Die Kommentarfunktion habe ich nun doch wieder eingeschaltet, wie euch vielleicht aufgefallen ist. WordPress hat nun ja eine Funktion beim Kommentieren eingebaut (danke an Sebastian von CineMediaTech für den Hinweis!), die noch einmal explizit auf die Erfassung der Daten beim Kommentarschreiben sowie auf die Verwendung von Akismet als Spamfilter hinweist. Nach wie vor ist das Kommentieren aber nur (wie standardmäßig eingestellt) möglich, wenn man bei WP (oder Facebook, Google oder Twitter) angemeldet ist. 

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3 Kommentare zu „Mangavorstellung: Mauri und der Drache Band 2

  1. Klingt ganz inteessant und ja, im Incomplete Manga Guide wird der Manga auch mit zwei Bänden als abgeschlossen aufgeführt. Ich mag eigentlich Episodische Kurzgeschichten, dort kann man ölfter mal auch eben kein Happy End einbauen statt einer langfristigen Narrative unterwürfig sein zu müssen. Ist der Manga komplett in Farbe? Es wirkt so, oder es wurdne nur farbige Bilder hier gezeigt ^^ Nette Review allemal

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