Filmvorstellung: Heimliche Blicke

Den Anime Heimliche Blicke, der 2017 bei KAZÉ erschienen ist, habe ich kostenlos von AV Visionen als Rezensionsexemplar erhalten. Herzlichen Dank dafür! Der Film ist eine OVA (Original Video Animation) zum gleichnamigen Manga von Wakoh Honna, der in 13 Bänden ebenfalls bei KAZÉ erhältlich ist, und stellt den erotischen Auftakt zur Serie dar.

Student Tatsuhiko ist neu in Tokyo und alles in allem recht zufrieden, wäre da nicht ein kleines Loch in der Wand seiner Wohnung, das ihm einen Blick ins Nachbarappartment erlaubt. Als er hindurchsieht, muss er ziemlich schnell feststellen, dass er seine etwa gleichaltrige Nachbarin bei so ziemlich allem beobachten kann – oder könnte -, was sie so treibt. Als anständiger Kerl möchte er sie diskret auf das Loch aufmerksam machen und stattet Emiru, der Nachbarin, kurzerhand einen Besuch ab, bei dem er sich als neuer Nachbar vorstellt und seinen Hinweis zu dem Loch in der Wand geschickt unterbringt.

Tatsuhiko
Tatsuhiko

Emiru aber scheint sich an dem Loch überhaupt nicht zu stören; stattdessen manövriert sie ihn in eine missliche Lage und erpresst ihn fortan damit. Ihre Forderung: Das Loch darf auf keinen Fall repariert werden. Außerdem stellt sie die Regel auf, dass an drei Tagen der Woche er sie durch das Loch beobachten darf und an weiteren drei Tagen sie ihn – egal, was der jeweils andere macht. Tatsuhiko ist alles andere als einverstanden mit dieser Regelung, kann aber nicht ablehnen. Er nimmt sich vor, an den Tagen, an denen er mit gucken dran ist, stark zu bleiben und nicht in die Nachbarwohnung zu spähen, und an den Tagen, an denen Emiru durch das Loch schauen darf, möglichst wenig zu Hause zu sein. Als er jedoch feststellt, dass Emiru seine Kommilitonin ist, und er in Yuri auf einmal eine feste Freudin hat, wird es erst richtig kompliziert …

Emiru
Emiru

Der Anime ist mit knapp 60 Minuten nicht wirklich lang und so recht baut sich in dieser kurzen Zeit auch kein Handlungsfaden auf – zumindest kein Spannungsbogen, auch wenn es der Höhepunkte genügend gibt. Das ist insofern auch nicht verwunderlich, wenn man berücksichtigt, dass der Film in etwa dem ersten Band des Mangas entspricht. Der Schluss ist deswegen auch komplett offen.

Was man allerdings merkt, ist die Entwicklung von Tatsuhiko, besonders die Entwicklung seiner Empfindungen gegenüber Emiru. Das hat mir ganz gut gefallen. Die Handlungsidee selbst – das Voyeurismus-Erpressungsspiel von Emiru – ist irgendwie sehr … japanisch. Lustig finde ich das Thema nicht, vielleicht ein bisschen bescheuert, zumindest aber skurril. Und so sympathisch Tatsuhiko prinzipiell auch ist – wirklich vernünftig oder nachvollziehbar verhält er sich für mein Empfinden nicht. Zu Emirus Hintergrund erfährt man im Film leider recht wenig.

Yuri und Tatsuhiko
Yuri und Tatsuhiko

Die optische Aufmachung des Films ist gut, die Animationen sind ordentlich genauso wie das Characterdesign. Während der intimen Szenen, die wenig überraschend einen großen Teil des Films ausmachen, sind die verfänglichsten Stellen, die explizit gezeigt werden, nackte Brüste. Mit diesen sind die weiblichen Figuren auch alle recht üppig ausgestattet. Lediglich die deutsche Synchronisation hat mir nicht so zugesagt. Ein paar der Stimmen fand ich einfach nicht passend, unter anderem auch die von Tatsuhiko.

Ihr merkt, ein großer Freund dieses Films bin ich nicht – vielleicht gehöre ich aber auch einfach nicht zur Zielgruppe dieses Erotik-Animes. An der Umsetzung kann ich nicht mäkeln, was mich eher stört, ist die grundsätzliche Idee der Geschichte. Für Fans des zugehörigen Mangas oder allgemein von Mangas aus dem Erotikbereich gilt das aber vermutlich nicht. Insofern kann ich diesen empfehlen, mal einen Blick auf den Film zu werfen. Und wegen des offenen Endes macht er schon auch neugierig und ich frage mich, wie es mit Tatsuhiko und Emiru weitergeht.

Wie sieht’s mit euch aus, kennt ihr den Film? Guckt ihr Erotik-Animes oder habt ihr zumindest schon mal einen gesehen?

Viele Grüße

Michaela

Die Screenshots und das Beitragsbild sind von KAZÉ.

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3 Kommentare zu „Filmvorstellung: Heimliche Blicke

  1. Ich finde die Prämisse einen Bans zu Verfilmen recht ungünstig, wenn es die komplette Serie wäre oder wenigstens die wichtigsten Szene meinetwegen, doch nur Band 1? Das wirkt etwas mäßig, dabei fand ich die Mangacover immerhin recht kreativ mit dem Schlüsselloch Motiv, die Story klingt aber auch für mich ein wenig zu ähm ja…japanisch ^^

    Fairer Bericht aber, schöne Arbeit

    Gefällt 1 Person

    1. Besten Dank für deinen Kommentar!
      Dass es sich bei der Handlung im Grunde um die von Band 1 des Manga handelt, wurde mir von einem Leser der Reihe verraten^^ Selbst habe ich den Manga (noch?) nicht gelesen. Ich vermute, der Film ist eher dazu gedacht, Unentschlossene zum Lesen der Bücher zu bewegen. Falls das wirklich so ist, hat es bei mir nicht so richtig funktioniert^^ Aber wie geschrieben: Vielleicht gehöre ich nicht zur Zielgruppe …

      Gefällt mir

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