Buchvorstellung: Das Schwert des Lebens (Die Sieben Monde 2)

Das Schwert des Lebens von B.C. Dornbusch, erschienen 2017 bei Bastei Lübbe und übersetzt von Arno Hoven, fügt sich nahtlos dort an, wo der erste Band der Trilogie Die Sieben MondeDer Ruf der Rache aufgehört hat. Deswegen können in der nun folgenden Vorstellung auch ein paar Spoiler bezüglich der Inhalte des ersten Bandes enthalten sein!

Wie wir Leser schnell merken, hat es Draken als Fürst von Brîn auch nicht einfacher, als es sein Weg dorthin war. Nachdem der Bürgerkrieg in Akrasia beendet ist, wäre es Drakens erste Pflicht gewesen, das Land wieder aufzubauen und seine Stellung unter der brînianischen Bevölkerung zu festigen – seine Unerfahrenheit hätte dabei sicherlich zu einigen amüsanten Begebenheiten geführt. Dumm nur, dass ihm eine solch relativ ruhige Phase nicht vergönnt ist, denn kaum ist der inländische Aufstand niedergerungen, steht bereits der nächste vor der Tür. Seine alte Heimat Monoea holt ihn in Form einer Flotte ein, die urplötzlich angriffslustig vor der (neuen) eigenen Haustüre aufwartet.

Das Schwert des Lebens
Das Schwert des Lebens

Draken hat damit zunächst einmal zwei Probleme am Hals, deren Lösungen sich eher gegenseitig im Weg stehen, als sich zu ergänzen. Zum einen muss er den Grund für den Überfall ermitteln, zum anderen darf seine Identität – dass er ein halber Monoeaner ist – nicht ans Licht kommen. Schließlich wissen die Akrasianer, besonders natürlich Königin Elena, die sein Kind erwartet, nichts von seiner Herkunft; und Mischlinge sind in Akrasia bekanntermaßen nicht gern gesehen. Dieser Plottwist sorgt allein schon für Spannung. Ein weiteres tolles Element dieses zweiten Bandes ist, dass wir Monoea besser kennen lernen. Außerdem gewährt uns die Autorin auch einen kurzen Einblick in Eidola, ins Land der Flüche bzw. der Toten, in dem die Mantiker leben. Somit fügen sich dem Bild des Reichs der Sieben Monde ein paar neue Puzzleteile hinzu.

Gleich geblieben im Vergleich zum ersten Band ist dagegen der Schreibstil. Manchmal ein wenig hölzern, woran man sich aber nach ein paar Seiten wieder gewöhnt hat. Weiterhin ist es immer noch so, dass wichtige Wendungen ab und zu sehr kurz, fast unscheinbar wiedergegeben werden. Aufmerksames Lesen ist also unbedingt erforderlich.

Apropos aufmerksames Lesen. Ein Kapitel hat mich echt fertig gemacht, und zwar Kapitel 34. Ich weiß nicht, was genau da schief gegangen ist, aber in diesem Kapitel sind an ein paar Stellen gewaltige Logikfehler enthalten. Da spricht Draken mit Personen von Angesicht zu Angesicht, die im nächsten Moment völlig außer Atem um die Ecke auf ihn zu gerannt kommen. Oder es wird jemand vermisst, der auf der gleichen Seite doch plötzlich als Teil der fürstlichen Reisegruppe erwähnt wird, nur um auf der folgenden Seite wieder verschwunden zu sein (mit lautstarken Beschwerden von Seiten Drakens, warum derjenige nach mehreren Tagen immer noch nicht aufgetaucht sei). Habe ich zunächst gedacht, dass in diesen Abschnitten vielleicht nur ein paar Namen durcheinander geraten sind, glaube ich nun eher, dass da bei der Überarbeitung zwei verschiedene Versionen vermischt worden sind. Allerdings merkwürdig, dass das niemandem aufgefallen zu sein scheint …

Na ja, der Ausgang des Kapitels ist trotzdem irgendwann irgendwie klar, auch wenn der Lesespaß hier einen deutlichen Knick bekommen hat. Schade.

Aufgefallen ist mir außerdem, dass nicht wirklich neue wichtige Charaktere in diesem Band auftauchen – gerade fällt mir eigentlich nur ein Jemand ein, der es im zweiten Band in Drakens „Team“ geschafft hat, höchstens vielleicht zwei. Zu Drakens wichtigstem Teamgefährten wohl nach Tyrolean aufgestiegen und auch Halmar spielt eine größere Rolle als in Band 1. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit einer Figur, die ich nach dem ersten Band eigentlich abgeschrieben hatte. Das ist von der Autorin auch gar nicht dumm angestellt, denn besagte Figur verleiht der Geschichte einige witzige Stellen, die neben den vielen Schlachten und scheinbar ausweglosen Situationen das Ganze etwas auflockern. (Wer meine Vorstellung des ersten Bandes gelesen hat, weiß nun vielleicht, wen ich meine.)

Dagegen ist zu meinem ganz persönlichen Leidwesen Osias (den ich im ersten Teil wirklich toll fand) und mit ihm auch Setia stark abgefallen. Es gibt zwar eine Szene, die für Osias‘ weiteres Leben mehr als entscheidend ist, aber die (vor allem negativen) Auswirkungen dieser Szene gehen im weiteren Verlauf der Geschichte irgendwie unter, d. h., sie werden so gut wie gar nicht thematisiert. Vielleicht wird das aber im dritten Band noch angesprochen – was ich sehr hoffe -, denn es handelt sich dabei wirklich um langfristige Folgen.

Mein Fazit von Das Schwert des Lebens fällt also durchwachsen aus, wobei ich zugegebenermaßen die beiden negativen Punkte bislang viel ausführlicher beschrieben habe als die positiven. Die Handlung ist wie schon in Band 1 super spannend, abwechslungsreich und nicht vorhersehbar – dabei aber weder willkürlich noch zu konstruiert. Intrigen und Doppelspiele sind an der Tagesordnung genau wie große Schlachten und verdeckte Operationen. Wir sind zu Land und zu Wasser unterwegs und Draken darf endlich auch mal wieder Pfeil und Bogen in die Hand nehmen – was ihm eindeutig mehr liegt als das Schwert. Sein Schwert, Meergeboren, gibt dem Buch natürlich seinen Namen und erhält trotz Drakens Hassliebe zu diesem magischen Gegenstand in diesem zweiten Band eine wahrlich einschneidende Bedeutung.

Ich bin gespannt, was uns im dritten Teil, dem Abschluss der Reihe über die Welt der Sieben Monde, noch alles erwartet. Es gibt fast nichts mehr, das Draken nach diesen zwei Bänden nicht schon erlebt hätte. Wobei … Sag niemals nie …

Trilogie der Sieben Monde
Trilogie der Sieben Monde

Bis zum nächsten Mal

Michaela

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