Unterm Wolkenhimmel von Karakarakemuri ist eine wundervolle, sechsbändige Mangareihe aus dem Action-/Fantasybereich mit historischem Setting über drei ganz unterschiedliche Brüder, die mich echt überrascht hat – im positiven Sinn. Sie ist bei Kazé in den Jahren 2014 und 2015 erschienen.

Als ich den ersten Band im Buchladen gesehen habe, habe ich mir gedacht „Ach, könnte ganz nett sein, die Zeichnungen sind jedenfalls nach meinem Geschmack“ (Das ist untertrieben – die Zeichnungen sind supertoll!) und ihn gekauft. Ein Glücksgriff! Aber worum geht’s in Unterm Wolkenhimmel überhaupt?

1, 2, 3 … Samurai!

Es ist was faul im Staate Japan! Ein mysteriöser Gefangener verbreitet Angst und Schrecken unter den sonst so hartgesottenen Insassen des Gefängnisses Gokumonjo. Die Menschen im Dorf werden unruhig und auch die drei Kumo-Brüder schöpfen Verdacht: Eine Revolution scheint im Gange zu sein. Doch noch ahnen sie nicht, dass das Böse bereits unter ihnen ist. Im Dunkel der Nacht regt sich ein mystischer Schlangendämon!

So weit der Klappentext des ersten Bandes. Achtung bitte bei den Klappentexten der Folgebände! Sie sind auf den jeweiligen Stand der Geschichte angepasst und beinhalten folglich Spoiler.

 

Chutaro (12 Jahre) ist der jüngste der drei genannten Brüder und noch ein richtiges Kind. Die meiste Zeit des Tages hat er nichts als Unsinn im Kopf. Trotzdem hängt er sehr an seinen beiden größeren Brüdern, besonders an Tenka, dem ältesten, der in seinen Augen unfehlbar ist.

Soramaru (16 Jahre) ist der mittlere Bruder. Er ist gewissenhaft und verantwortungsbewusst, übernimmt im Männerhaushalt die Mutterrolle. Wenn er nicht gerade kocht, trainiert er, um irgendwann einmal seinem älteren Bruder das Wasser reichen zu können und so von diesem anerkannt zu werden.

Tenka (24 Jahre) ist der Älteste. Ein Schönling und Müßiggänger sondergleichen. Er ist der stärkste der drei Brüder, kämpft meist nur mit seinem Fächer und hält insgeheim viele Fäden in der Hand. Er ist der Leiter des Kumo-Schreins, in dem die drei Brüder, deren Eltern bereits verstorben sind, wohnen. Der Name „Kumo“ heißt übersetzt „Wolke“ und verweist auf den Umstand, dass der Himmel seit mittlerweile 300 Jahren über dem Schrein und der Umgebung von Wolken verhangen ist. Tenka ist nach außen hin immer gut gelaunt, lacht viel und kann mitunter auch sehr sarkastisch werden. Von dem, was jedoch wirklich in ihm vorgeht, verrät er seinen Brüdern nichts – natürlich ist er der Meinung, sie dadurch zu schützen. Derjenige, dem er sich am ehesten anvertraut, ist der Verwalter des Schreins, Shirasu Kinjo, der etwa in Tenkas Alter ist. Vor vielen Jahren hat Tenka den verletzten Shirasu auf der Straße aufgelesen. Aus Dankbarkeit ist Shirasu im Schrein geblieben und geht den Brüdern seitdem tatkräftig zur Hand – nur kochen kann er nicht.

 

Die Handlung von Unterm Wolkenhimmel spielt wenige Jahre nach dem Sturz des Tokugawa-Shogunats 1868: Der Westen erhält zunehmend Einfluss auf Japan, die Mode und die Architektur erleben einen Wandel, der Stand der Samurai und das Recht, ein Schwert zu tragen, sind abgeschafft worden. Inmitten dieses Umbruchs gibt es jedoch auch Widerständler – unzufriedene Bürger, herrenlose Samurai, die zu Verbrechern werden. Um die überfüllten Gefängnisse zu entlasten, wird von der Regierung mitten in einem See das größte Gefängnis des Landes, das Gokumonjo, das als absolut ausbruchssicher gilt, gebaut. Und die drei Kumo-Brüder sind die einzigen, denen es gestattet ist, mit dem Boot zu diesem Gefängnis, das nur für die schlimmsten aller Verbrecher gedacht ist, überzusetzen. Neben der Arbeit als Gefangenentransporteure verdienen sie sich ab und an auch etwas Geld dazu, wenn der lokalen Polizei mal wieder ein paar der Gefangenen vor dem Übersetzen zum Gokumonjo abhanden gekommen sind. In diesen über die Jahre etablierten Alltag schleicht sich jedoch, ausgehend vom Gokumonjo, eine dunkle Bedrohung, die mit der Legende um die Schlange Orochi zu tun hat.

Unterm Wolkenhimmel
Unterm Wolkenhimmel

Alle dreihundert Jahre erwacht die böse Riesenschlange Orochi zum Leben, um die Erde zu verbrennen, die Meere auszutrocknen und somit alles Leben zu verschlingen. Dabei manifestiert sich Orochi immer in einem Menschen, „Orochis Werkzeug“ genannt, der nach und nach der Bösartigkeit der Riesenschlange anheimfällt. Durch eine Versiegelung der Schlange kann das Unheil verhindert werden, wobei diese Versiegelung das Töten des Werkzeugs einschließt. Gelingt dies, ist die Welt weitere dreihundert Jahre vor Orochi sicher.

Was geschieht aber, wenn sich auf ein paar wenige Menschen eingrenzen lässt, wer das nächste Werkzeug von Orochi sein wird, und die Kumo-Brüder aufgrund ihrer Herkunft unter diesen wenigen Menschen sind?

Jetzt läuft mir glatt schon wieder ein Schauer über den Rücken …

Die Geschichte um die drei Brüder ist wirklich packend, berührend und überhaupt ziemlich, ziemlich toll! Sie ist witzig, traurig (manchmal wirklich sehr traurig!), spannend, gefühlvoll – alles auf einmal. An vielen Stellen beantwortet die Autorin nicht alle offenen Fragen, aber das tut der Reihe keinen Abbruch – ganz im Gegenteil. Ich habe so auch nach dem Lesen noch über den ein oder anderen losen Faden nachgedacht. Über die sechs Bände gibt es so gut wie keine Längen und keine langweiligen Abschnitte. Viele überraschende Wendungen halten die Spannung hoch – auch dann, wenn man denkt, dass eigentlich alles klar ist.

Der erste Band von Unterm Wolkenhimmel besteht zu über der Hälfte aus der Bonusgeschichte „Das Lachen eines flüchtigen Traums“, von Unterm Wolkenhimmel ist im ersten Band lediglich das erste Kapitel enthalten. Doch die Bonusgeschichte spielt in derselben Welt wie Unterm Wolkenhimmel, nur 600 Jahre zuvor. Ganz losgelöst von der Hauptgeschichte ist sie also nicht. Ab Band 2 geht’s dann mit der Hauptgeschichte aber so richtig los!

Unterm Wolkenhimmel
Unterm Wolkenhimmel – Bände 1-6

Und was sagt ihr zu diesem Manga? Kennt ihr ihn schon, oder würdet ihr zumindest reinlesen?

Alles Liebe

Michaela

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2 Gedanken zu “Buchvorstellung: Unterm Wolkenhimmel

  1. Preisangaben wären noch nett gewesen, aber dazu gibt es ja Google ^^ Ein interessantes Werk das ich (natürlich) gänzlich übersehen habe, kommt es denn oft zu Kämpfen? Sind sie packend, blutig, Shonen-mäßig und/oder häufig?

    Ein sehr interessanter, persönlicher Bericht der ehrlich interesse weckt, gute Arbeit ^^

    Gefällt 1 Person

    1. Ach ja, Preise … Die hab ich nicht dazu geschrieben. Manga kosten doch immer ungefähr gleich viel, oder? Ich glaube, ich schreibe die nur extra dazu, wenn sie irgendwie aus dem Rahmen fallen. So ultra shonen-mäßig sind die Kämpfe vermutlich allein schon wegen des Zeichenstils nicht, aber sie gehen in die Richtung. Packend fand ich sie schon^^ Häufig ist ein dehnbarer Begriff … Es gibt schon viele Kämpfe, aber zwischendrin auch ruhige Passagen. Alles in allem ist der Manga recht ausgewogen. Blut ist, wenn ich mich gerade richtig entsinne, nicht so viel während den Kämpfen selber zu sehen, wenn doch, dann aber sehr auffällig in Szene gesetzt.

      Danke für das Lob!

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