Klänge aus dem Kunstwürfel: „Art Cube“ von Art Cube

Hallihallo,

das Album, das ich euch in diesem Beitrag vorstelle, ist nicht ganz neu. Es ist von 2010 und die Band Art Cube, die es veröffentlicht hat, gibt es heute nicht mehr (was ich ziemlich schade finde). Insgesamt hatte die Gruppe keine so wahnsinnig lange Lebensdauer, ungefähr sieben Jahre, von 2007 bis 2014 (bzw. 2015), wobei zum Schluss hin neue Veröffentlichungen immer seltener wurden. Sie bestand aus Z am Gesang, Y an der Gitarre und N am Bass. Zwischenzeitlich waren auch noch S (Shizuki) am Schlagzeug und M am Keyboard mit dabei. Ein zweiter Gitarrist, K, ist als Support-Member gelistet gewesen, 2014 jedoch verstorben. Der Sänger Z ist übrigens derselbe, der zuletzt in Allround-Talent Manas Projekt Moi dix Mois am Mikrofon stand, dort unter dem Namen Seth. Auch K war eine Zeitlang bei Moi dix Mois aktiv.

Art Cubes Konzept lässt sich wie folgt, ich zitiere, zusammenfassen: „Aus der Dunkelheit wird die Welt des Tribal Gothic erhellt.“ Aha … :) Allgemein wird als musikalisches Genre Visual Rock angegeben, was über die Musik aber so gut wie nichts aussagt, mit stellenweisen Anklängen an Symphonic Metal. Ich würde die Band in die Richtungen Goth Rock/Gothic Metal einsortieren. Gerade später greifen sie aber auch öfter auf Elektro-Elemente zurück.

Das Album Art Cube, das nach der Band benannt ist, ist eigentlich eine Compilation einiger von 2007 bis 2010 erschienener Lieder und deswegen, vor allem was die Qualität der Aufnahmen angeht, etwas heterogen anzuhören. Insgesamt sind auf Art Cube zwölf Lieder enthalten, die die erste Hälfte der Bandgeschichte ganz gut widerspiegeln. Von sanften Instrumentalstücken (虹にさらわれて~無の解放へ~  [niji ni sarawarete ~mu no kaihou e~]) und Balladen (you’re here) ist bis hin zu düster-rockigen (蓮華宙 [rengechuu]) und symphonisch-härteren (瑠璃雨 [rurisame]) Liedern einiges vertreten. Eine gewisse Verwandtschaft zur Musik von Malice Mizer bzw. Moi dix Mois kann man dabei durchaus heraushören, was aber wegen Zs Zusammenarbeit mit Mana vermutlich auch nicht überraschend ist. Dabei kommen die Kompositionen, zumindest die bis einschließlich zum Album Art Cube, nicht ganz an die von Mana heran. Auch die symphonischen Teile sind bei Weitem von dem entfernt, was beispielsweise von Gruppen wie Versailles geliefert wird. Die Vergleiche hinken natürlich etwas, da die Richtung jeweils nicht ganz dieselbe ist, und ich mag die Gruppe, besonders Zs sanfte, warme Stimme, trotzdem.

Art Cube BEST ALBUM
Art Cube BEST ALBUM

Die Tracklist von Art Cube ist wie folgt:

  1. u・b・u・g・o・e
  2. 蓮華宙 [rengechuu]
  3. 戒幻郷 [kaigenkyo]
  4. Pain~Wing…
  5. 瑠璃雨 [rurisame]
  6. 雲に縛られた十二の境界 [kumo ni shibarareta 12 no kyoukai]
  7. 花陽影 ~Petal~ [hanahikage ~Petal~]
  8. Blue Heaven
  9. False prayer
  10. Soaring awakening
  11. you’re here
  12. 虹にさらわれて~無の解放へ~ [niji ni sarawarete ~mu no kaihou e~]

Die Nummern 1, 6 und 12 sind hierbei reine Instrumentalstücke. Das einzig neue Stück, das bis vor Art Cube noch nicht veröffentlich war, ist 戒幻郷 [kaigenkyo]. Von der Instrumentierung her bietet 戒幻郷 [kaigenkyo] einiges an Abwechslung: Klavierpassagen, eine groovige Orgelbegleitung, die zusammen mit dem Schlagzeug das Lied vorantreibt, aber auch ein klassisches E-Gitarren-Solo. Der Refrain fügt sich melodisch in das Stück ein, doch gerade bei den etwas höheren Tönen fällt es ein wenig auf, dass Zs Range nicht die allergrößte ist. Seine Stimme wird dann manchmal etwas heiser. Nicht nur, aber zum Beispiel auch bei diesem Lied, wirkt die Musik stellenweise fast etwas chaotisch, hier vor allem das Zusammenspiel von Orgel und Schlagzeug. Zumindest ich warte dann immer darauf, dass eines des Instrumente bei dem angeschlagenen Tempo nicht mehr mitkommt. Das ist zum Glück nie der Fall :)

YT_Art-Cube-kaigenkyo

Pain~Wing… ist auf Art Cube das älteste Stück der Gruppe. Es wurde ursprünglich bereits 2008 auf der Single 砂の華 [suna no hana] als B-Seite veröffentlicht. Es hat einen orientalischen Touch. Die etwas aggressiveren Strophen wechseln sich mit einem wieder schön melodischen Refrain ab. Bei diesem Lied sind es aber die instrumentalen Zwischenpassagen, die mir eindeutig am besten gefallen.

YT_Art-Cube-Pain

花陽影 ~Petal~ [hanahikage~Petal~] beginnt sehr getragen, nur mit Klavier und Gesang (von dem kreischenden Geigenintro einmal abgesehen). Auch sonst ist das Lied eines von der eher unbeschwerteren Sorte. Es erinnert mich sehr an Malice Mizer (zur Zeit des Albums merveilles). Das zugehörige Video reißt mich nicht so vom Hocker, außerdem stört mich leider etwas an der Tonqualität (das liegt nicht nur am Youtube-Upload).

YT_Art-Cube-Petal

False prayer ist ein eher rockiges Stück, ohne Streichereinsatz, dafür mit viel E-Gitarre. Auch der Bass kommt gut zur Geltung. Es zeigt, glaube ich, noch einmal eine etwas andere Facette der Gruppe auf.

YT_Art-Cube-False

Zs Nachfolgeband war im Übrigen Shape Shifter, eine Gruppe, die sich im September dieses Jahres (nach zwei Jahren des Bestehens) auch wieder aufgelöst hat. Was denkt ihr so weit von Art Cube? Mir gefallen ja die Sachen, die sie nach 2010 gemacht haben, noch eine Spur besser. Deswegen werde ich aus dieser Zeit bestimmt auch noch eine Scheibe vorstellen, vielleicht die mit dem klangvollen Namen 奇形箱~bad ass cube~ [kikei bako~bad ass cube~]. Insgesamt hat Art Cube (also das Album) für mich einen etwas anachronistischen Anstrich. Das ist nicht negativ gemeint, sondern nur eine Feststellung :)

Viele Grüße

Michaela

Zum Weiterhören: → mehr Musik

 

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3 Kommentare zu „Klänge aus dem Kunstwürfel: „Art Cube“ von Art Cube

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