Heute darf ich euch das Büchlein Dreamcandy Kapitel 1 – Dream of the Chimera von Tesla, das im noch jungen deutschen Verlag Krakenkuss im Jahr 2016 erschienen ist, vorstellen. Dreamcandy ist ein Fantasy/Yaoi-Manga, in dem die Hauptpersonen Harpyien sind, Mischwesen aus Mensch und Vogel, die sich von Träumen und dem daraus gewonnenen Dreamcandy ernähren. Der Comic hat 52 Seiten, ist unzensiert (ab 18) und bekommt (hoffentlich) bald schon einen Nachfolgeband.

Elias, ein junger Harpyienmann, ist in seinem Schwarm nicht sonderlich beliebt. In der Nacht jedoch, in der alle Harpyienküken zum ersten Mal selbst auf Traumjagd gehen und damit erwachsen werden, will er dies ändern. Er möchte den stärksten Traum von allen sammeln, und was liegt da näher, als einfach den Traum einer Chimäre zu stehlen? Leider lässt sich dieser Plan nicht so einfach in die Tat umsetzen und anstatt dass Elias sein Dreamcandy bekommt, wird er zur Nahrung für die Chimäre. Was er nicht weiß: Chimären können sich unter anderem von sexueller Energie ernähren …

Das Aufeinandertreffen von Elias und der (männlichen) Chimäre ist natürlich (im wahrsten Sinne des Wortes) der Höhepunkt dieses ersten Bandes von Dreamcandy, wenn auch für mich nicht so ganz schlüssig. Wir erfahren leider nicht, woher Elias den Aufenthaltsort der Chimäre, eine Art Turmzimmer à la Rapunzel, kennt. Ist die Chimäre im Harpyienschwarm bekannt? Dann haben doch bestimmt schon andere versucht, ihr einen Traum zu stehlen. Wären sie dabei erfolgreich gewesen, wäre Elias‘ Leistung nicht besonders überragend. Wären sie dabei gescheitert, kann Elias als Neuling doch nicht wirklich auf einen glücklichen Ausgang hoffen. Aber gut, das ist der eine Punkt vor ihrer Begegnung, der mich stört. Der wichtigere folgt nach ihrer Begegnung. Wir erfahren nicht, wie es Elias nach seiner (ersten?) sexuellen Erfahrung geht. Glück, Verstörung, Freude, Niedergeschlagenheit – Fehlanzeige. Das einzige, worüber er sich Gedanken macht, ist der verpasste Traum und dass er sich im Schwarm deswegen nicht mehr blicken lassen kann. Das ist mir zu wenig und auch der Grund, warum ich bislang mit Elias überhaupt nicht warm geworden bin.

Dream Candy 1 - Dream of the Chimera
Dream Candy 1 – Dream of the Chimera

Über die Chimäre erfahren wir leider auch nicht viel, außer vielleicht, dass sie zwar einen etwas hinterlistigen, aber nicht abgrundtief bösen Charakter hat. Neben Elias und der Chimäre kommen noch weitere Harpyien vor, wobei ich in einigen Panels wirklich Schwierigkeiten hatte, die verschiedenen Vogelmenschen optisch auseinanderzuhalten. Die Zeichnungen sind grundsätzlich aber ganz in Ordnung. Manche Bilder und Posen finde ich gut gelungen, einige andere wirken etwas verschoben, doch das hält sich in etwa die Waage. Was die Texte angeht, so wirken ein paar der Sprechblasen auf mich etwas gestelzt bzw. unnatürlich, fast wie aus einem Kindercomic. Das ist aufgrund des erwachsenen Inhalts etwas schade.

Das Ende jedoch macht neugierig. Wie geht es mit Elias weiter? Kehrt er zu seinem Schwarm zurück? Wird er der Chimäre erneut begegnen? Welche Abenteuer wird er mit seinem neu gewonnenen, kleinen Begleiter, den ich bislang noch komplett außer Acht gelassen habe und über den ich auch an dieser Stelle nichts weiter verraten will, noch erleben? Die dargestellte Welt hat durchaus das Zeug für spannende Entwicklungen und Elias selbst würde ich gerne besser kennen lernen wollen. Also verbleibe ich erst einmal in froher Erwartung auf Band 2.

Dream Candy 1 - Dream of the Chimera
Dream Candy 1 – Dream of the Chimera

Projekte wie dieses finde ich ja grundsätzlich ziemlich spannend, weil sie auch Nachwuchsautoren/-zeichnern eine Möglichkeit bieten, ihre Geschichten zu veröffentlichen. Natürlich hängt aber gerade bei Serien die Fortführung nicht nur am Elan des Autors, sondern schlichtweg auch am Absatz. Ich lade also jeden Genrefan dazu ein, einmal einen Blick in diesen kleinen Manga zu werfen. Bei Krakenkuss möchte ich mich für den sehr netten Kontakt und das Rezensionsexemplar von Dreamcandy Kapitel 1 – Dream of the Chimera bedanken und wünsche euch allen noch einen schönen Tag!

Michaela

Advertisements

10 Gedanken zu “Buchvorstellung: Dreamcandy Kapitel 1 – Dream of the Chimera

  1. Ich kenne die Autorin über eine gemeinsame Bekannte, finds also schön, eine Rezension von einer ihrer Veröffentlichungen auf meinem Dashboard zu haben 🙂 Deine Anmerkungen sind ziemlich hilfreich, man weiß danach deutlich besser, was man sich erwarten kann!

    Gefällt 1 Person

  2. Poe hat über „Bekenntnisse eines Opiumessers“ von Thoma de Quincey gesagt: „Fein, sehr fein! – Ein köstlicher Einfall – tiefe Philosopie – scharfe Beobachtung – eine Fülle furiosestem Feuer – und nett gewürzt mit allerlei rechtschaffenen Unverständlichkeiten.“ (E. A, Poe 1834)

    Ich wollte damit sagen, dass es nicht immer schlecht sein muss, wenn die Handlung unlogisch ist oder sich Fragen auftun.Aber schön vorgestellt von dir. Ich muss dir wieder einmal danken. ❤

    Gefällt 1 Person

  3. Doch, das kam gut rüber und ich wollte dir auch nicht widersprechen, sondern deine Meinung bestärken. Sicher ein wunderbares Buch, schon allein die Aufmachung und die Idee, die dahinter steht. Ist bestimmt mit Liebe hergestellt 🙂

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s