鵬翼 [houyoku], zu Deutsch „Flugzeugflügel“, von MUCC ist ein Album, das für mich für Großstadt steht. So genau weiß ich allerdings auch nicht, warum das so ist. Mit Großstadt meine ich in diesem Fall auch nicht Lärm, Hektik und Gedränge. Ich meine eher so etwas wie Anonymität, ein Untertauchen in der Masse, ein Für-sich-Sein unter Vielen. Das ist jetzt nicht einmal negativ gemeint.

Ein bisschen habe ich ja den Verdacht, dass dieses Gefühl einzig und allein vom Cover der CD kommt. Aber sei’s drum. Ihr dürft euch natürlich gleich selbst einen Eindruck davon machen.

MUCC zählen zu den hierzulande bekannteren Vertretern der japanischen Rockmusikszene und sind außerdem die einzige Band aus Japan, die ich bislang live gehört habe. Von daher sind sie schon irgendwie etwas Besonderes^^ Houyoku dürfte meine dritte J-Rock-CD gewesen sein, die ich mein Eigen nennen durfte (nach Withering to death. von Dir en grey und [Coll:set] von D’espairsRay).

MUCC (aka ムック) gibt es seit 1997 in fast unveränderter Besetzung: Tatsurou (Vocals), Miya (Gitarre), YUKKE (Bass; seit 1999) und SATOち (gesprochen: Satochi; Schlagzeug). Als musikalische Genres, in denen sich MUCC bewegen, werden unter anderem Rock, Dance Rock, Alternative Rock und Alternative Metal genannt, teilweise auch Punk-Rock und Nu-Metal. Das Album Houyoku ist 2005 erschienen, unter anderem auch in einer europäischen Pressung (die ich besitze).

Die Musik von MUCC macht auf mich immer einen wahnsinnig authentischen Eindruck, sie klingt einfach nach ehrlicher Rockmusik. Houyoku beginnt mit 輝く世界 [kagayaku sekai] – „leuchtende Welt“ sehr zurückhaltend, mit dem Geräusch von sanftem Windrauschen, und vor allem auch Tatsurous Gesang ist zunächst ungewöhnlich gehemmt. Zumindest bis zum Refrain. Ab da zeigen MUCC, was sie wirklich draufhaben, und das sind vor allem mitreißende Melodien voller Gefühl.

MUCCs vielleicht bekanntestes Lied dürfte 最終列車 [saishuu ressha] – „Der letzte Zug“ sein. Das Musikvideo dazu ist angeblich sogar im deutschen Musikfernsehen gelaufen – selber habe ich es aber nie im TV gesehen. Das Lied beginnt mit einem schwerfälligen Gitarrenriff, das jedoch schnell von einer leichtfüßigeren Begleitung in den Strophen abgelöst wird. Der Refrain ist dann einfach MUCC-typisch – einfach schön. Auf der Euro-Pressung von Houyoku ist von 最終列車 auch eine Akustikversion (die 70’S ver, von der ich sogar mal versucht habe, die Gitarrenbegleitung herauszuschreiben).

Was wäre Houyoku ohne 雨のオーケストラ [ame no orchestra] – „Orchester des Regens“? Auf jeden Fall nur halb so sehnsuchtsvoll. Ich glaube, das Lied spricht für sich.

モンスター [monster] ist eins der roheren Stücke auf Houyoku und zeigt nochmal eine etwas andere Seite von MUCC. Tatsurous kratzige Stimme ist gerade bei diesem Lied einfach unverkennbar. モンスター erinnert stark an die früheren Veröffentlichungen von MUCC (z. B. die Alben Zekuu oder Kuchiki no tou), die oft ein etwas negativeres, düsteres Gefühl verströmt haben. Die Liveaufnahme ist von ihrem Konzert anlässlich des 15-jährigen Bandjubiläums aus dem Jahr 2012. Der Bass ist bei diesem Stück schon sehr dominant – und sehr cool^^

Es gäbe noch viel mehr Lieder, die ich hier einstellen könnte, denn auf dem Album gibt’s unter den 16 Stücken (in der europäischen Version) eigentlich keinen einzigen Ausfall. Vielleicht zum Schluss noch 優しい記憶 [yasashii kioku] – „Sanfte Erinnerung“, ein Lied zum Träumen im 6/8-Takt. Auch つばさ [tsubasa] – „Flügel“ geht in eine Ähnliche Richtung, vielleicht mit einer Spur mehr Dramatik.

Das Album hat was Nostalgisches …

Bis demnächst

Michaela

[Aufnahme von 2007 – sehr schön (fast) ausschließlich mit Gesang und Gitarre]

→ mehr Musik von A bis Z

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10 Gedanken zu “Vom Fliegen und Fallen – „Houyoku“ von MUCC

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