Wie lässt sich die Musik von Moi dix Mois in drei Worten am besten beschreiben? Vermutlich mit Goth, Elektro und Klassik. Goth, weil – einfach wegen allem. Elektro, weil man den Einsatz von Computern oft genug zu hören bekommt. Klassik, weil die Orgel, das Cembalo usw. beinahe allgegenwärtig sind. Die Lieder von Moi dix Mois sind, bis auf wenige Ausnahmen, alle mit einem melodiösen Refrain versehen. In den Strophen lauert hingegen durchaus Abwechslung in Form von den oben genannten Stilrichtungen. Ein viertes Wort, das mir im Zusammenhang mit Moi dix Mois noch einfällt, wäre „Haarspray“. Dürfte nicht schwer zu erraten sein, warum 😉

Moi dix Mois ist als musikalisches Projekt von Gitarrist und Designer Mana relativ bekannt – vor allem, weil Mana so bekannt ist. Er hat bereits mit Superstar Gackt in der Band Malice Mizer gespielt und 2002 dann Moi dix Mois ins Leben gerufen, ursprünglich mit Juka als Sänger, Kazuno am Bass und Tohru am Schlagzeug. Mittlerweile hat die Band einige Mitgliederwechsel erfahren und besteht im Moment, zusätzlich zu Mana, der die Komposition und Konzeption übernimmt, aus Sänger Seth, Gitarrist Ryux, Bassist Sugiya und Schlagzeuger Hayato. Im Jahr 2014 ist Gitarrist K, der zwischenzeitlich ebenfalls am Projekt mitgewirkt hat, verstorben. Außer Mana, dem ersten Sänger Juka, der nach seiner Zeit bei Moi dix Mois noch solo unterwegs war, und Seth, der unter anderem bei den Bands Art Cube und Shape Shifter gesungen hat, sind die übrigen Mitglieder aber relativ unbekannt.

Das Album DIXANADU ist von 2007 und damit das erste mit Seth am Gesang, der diesen Posten 2006 übernommen hat.

Das Eingangslied, Dispell Bound, beginnt mit einem Instrumentalintro. Der Refrain ist richtiggehend hypnotisch, wenn der Hintergrundchor, begleitet von markantem Schlagzeug, „D – I – X – DIX“ und „D – I – X – Si – O – Mi – Om – Dix“ singt. Das Lied hat das Zeug zum Markenzeichen. Ein überzeugender Einstieg, der vom melodiösen Angelica nach jedoch nur gut drei Minuten abgelöst wird. Jetzt darf Sänger Seth (aka S), begleitet von Moi dix Mois-typischen Cembalo- und Orgelklängen, das erste Mal seine sanfte Stimme vorführen. Metaphysical beginnt als dritter Track mit Streichorchester, ehe die E-Gitarre mit einem auffälligen Riff zu spielen anfängt. Der Gesang setzt mit „Death Vocals“ ein, nicht von Seth, sondern von K, mündet aber in einen schön melodiösen Refrain (gesungen von Seth).

Exclude hebt sich wegen seines Elektro-Charakters deutlich von den bisherigen drei Songs, die eher mit klassischer Hintergrundinstrumentierung glänzen, ab. Die Bridge erinnert ein wenig an das Eingangslied, der Refrain wartet wiederum mit einer fließenden, treibenden Melodie, die teilweise zweistimmig gestaltet ist, auf. Definitiv ein Anspieltipp! Last Tempation ist so etwas wie eine Ballade. Es handelt sich um eine Neuaufnahme des Tracks Tentation, der ein paar Jahre zuvor ursprünglich mit dem ehemaligen Sänger Juka eingespielt wurde. Allerdings wurde nicht nur der Gesang neu gemacht, sondern das ganze Stück. Der Gitarrenpart ist nicht aufdringlich, aber doch wesentlich für das Stück.

Mit Immortal Madness folgt wieder ein eher Elektro-lastiges Lied. Das Gitarrenriff ist super, erinnert mich an etwas Bekanntes, vielleicht an den Titeltrack von Pulp Fiction (auch wenn die Ähnlichkeit beim Parallelhören jetzt nicht so wirklich groß ist, aber das war eben mein Eindruck). Der Track ist jedoch mehr eine Art Zwischenspiel, ehe Neo Pessimist, wieder eine Neuauflage eines alten Liedes (Pessimiste), als siebter Track folgt. Die Strophen sind wiederum sehr stark von Elektro-Sound geprägt, der Refrain wiederum sehr weich und mit viel Gefühl gesungen.

Mit XANADU läuft als nächstes der Titeltrack des Albums. Diesmal geht’s wieder in die klassische Richtung. Der Orgeleinsatz in den minimalistisch gehalteten Strophen sticht neben Seths Gesang und dem punktuell einsetzenden Schlagzeug hervor, ehe alles in einen getragenen Refrain mündet. Gerade bei diesem Lied darf Seth allen Schmalz aus seiner Stimme herausholen, die diese hergibt. Aber ich mag ja seinen Gesang, also geht das in Ordnung.

Mit A Lapis Night’s Dream schließt sich ein richtiges Instrumentalstück mit Orgel an, das nicht lange fackelt und gleich in den nächsten Track, Lamentful Miss, mündet. Lamentful Miss ist in den Strophen etwas stärker von Rock geprägt, dabei sind vor allem die Gitarren – teils mit mehrstimmigem Spiel – sehr präsent. Die düstere Bridge mündet in einen getragenen Refrain. Es folgt das Stück Lilac of Damnation, das mit einem verhaltenen, spieluhrgleichen Intro beginnt, dann jedoch einem in den Strophen rockigen, beinahe metallastigen Lied weicht. Die Spieluhr kehrt zwischendurch allerdings noch ein paar Mal zurück. Sacred Lake schließt das Album als orchestrales Instrumentallied ab.

Hier gibt’s das ganze Album als Playlist: Moi dix Mois – DIXANADU

Moi dix Mois - DIXANADU
Moi dix Mois – DIXANADU

Was sagt ihr zum Album? Moi dix Mois war eine der ersten japanischen Bands, die ich kennengelernt habe (neben Dir en grey, D’espairsRay und Mucc), damals noch mit dem ursprünglichen Lineup. Aktuell ist die Band leider nicht sehr aktiv, aber ich fände es schön, mal wieder etwas Neues von Moi dix Mois zu hören.

Die CD-Version, die ich besitze, ist die europäische Pressung, in der zusätzlich die Single Lamentful Miss (6 Tracks) von 2006 beigefügt ist, alles verpackt in einem schicken Digipack inklusive zweier Booklets 🙂

Viele Grüße

Michaela

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2 Gedanken zu “Eine Reise entlang des dunklen Flusses – „DIXANADU“ von Moi dix Mois

  1. Schön , aber die Stimme gefällt mir nicht. Klingt irgendwie so .. japanisch. Der Sänger sollte Haikus intonieren und Tankas, aber als Sänger ist er völlig ungeeignet. Hör dir nochmal Ronnie Radke an oder Robert Plant oder Ozzi. Die Japaner machen doch gute ‚Staubsauger: Staubsaugervertreter, das wär doch ein Job für den Sänger. Ja, ich mach diesmal kein Spaß. Klingt wie meine Mutter an Ostern, wenn sie Eier legt 😉 Liebe Michaela, wurum gibst du dich für den Käse her? Was wird dir geboten? Ich leg nen Hunni drauf, aber gibs bitte auf miit dem Japan-Scheiße LG PP 😉

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    1. Selbst für nen Hunni nicht, tut mir leid^^ Wär irgendwie merkwürdig, wenn’s nicht japanisch klingen würde, oder? Wir halten fest: Du kannst Seths Stimme nicht leiden, ich bin dafür kein Fan von Ozzy. So ist das eben 😉
      Nichtdestotrotz danke für deine geschätzte Meinung! Immerhin hast du dir mindestens eins der Lieder angehört 😉 Die Japanifizierung schreitet unaufhörlich weiter voran … XD
      Schon mal als Vorwarnung: Es war bestimmt nicht der letzte Japan-Musik-Beitrag. Selbst für zwei Hunnis nicht^^

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