… ist mein Freund. Das sagt man so schön, aber ist das wirklich so? Immerhin ergibt minus mal minus ja auch wieder plus, das Negative hebt sich also gegenseitig auf. Oder ist in der Mathematik alles zu abstrakt weil nur schwarz-weiß?

Es gibt positive Zahlen und negative Zahlen. Und es gibt die Null. Die Null ist nämlich weder positiv noch negativ, hält sich quasi in einer Grauzone auf. Und doch schafft die Null es, alles auf ihre Seite zu ziehen und zu neutralisieren. Jede Zahl mit der Null malgenommen wird null, ob positiv oder negativ. Dabei ist die Null – Achtung, jetzt wird’s spitzfindig – nicht das Neutralelement der Multiplikation. Ein Neutralelement in der Mathematik ist dasjenige Element, das mit jedem beliebigen anderen Element verknüpft werden kann, ohne dieses zu verändern. Verknüpfen heißt in unserem Fall malnehmen, und welche Zahl verändert beim Malnehmen die andere Zahl nicht? Die Eins. Die Eins ist das Neutralelement der Multiplikation. Sie schafft es als positive Zahl jedoch nicht, negative Zahlen von ihrem Vorzeichen zu befreien. Im Gegensatz zur Null.

Und was sagt uns das jetzt?

Ehrlich gesagt, keine Ahnung 😀 Loswerden wollte ich es trotzdem.

Und fairerweise muss ich noch etwas hinterher schieben. Es gibt nicht nur positive Zahlen, negative Zahlen und die Null. Diese werden unter dem Begriff reelle Zahlen zusammengefasst. Es gibt auch imaginäre Zahlen. Die heißen echt so. Imaginäre Zahlen werden mit einem kleinen „i“, der imaginären Einheit, gekennzeichnet. Aber mal ganz unter uns – imaginäre Feinde wären im Gegensatz zu reellen Feinden ja wenigstens nicht schlimm, doch die Reaktionen von reellen Freunden auf imaginäre Freunde halten sich zumeist sehr in Grenzen. Aber wisst ihr, was passiert, wenn zwei positive imaginäre Zahlen über einen Malpunkt aufeinander treffen? Sie werden negativ! Oh weh … Ganz so einfach scheint das mit der Schwarzweißmalerei also doch nicht zu sein. Es ist im Grunde sogar ziemlich komplex.

[Zumindest die Mathematiker unter uns sollten diesen Wortwitz kapiert haben 😉 ]

Aber genug geschwafelt, ich gehe mal spielen mit meinen imaginären überaus reellen Freunden. Einen kleinen Trost habe ich zum Schluss noch für die Null. Auch wenn sie bei der Multiplikation alles plattmacht (was ihr hier den Titel absorbierendes Element einbringt), so darf sie sich bei der Addition ganz offiziell Neutralelement nennen. Da lässt sie nämlich einfach alles gleich.

Beste Grüße

Michaela

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16 Gedanken zu “Der Feind meines Feindes

      1. Das geht mir ähnlich. Auch mein Hirn stellt hin und wieder Zusammenhänge her, die CH erst nach längerem Nachdenken nachvollziehen kann. Ich empfinde das aber als sehr erfrischend, da es mir die Welt neu erschließt und den Geist wach hält. 🙂

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  1. Vermutlich arbeite ich zu viel mit Mathematik, um so mit ihr zu denken – oder zu wenig oder auf die falsche Weise.

    Mir war Philosophie bzw. Gedanken über Gesellschaft und Gedankenwelt mit Zahlen als Analogon (oder gar mit Physik als Analogon) schon sehr oft nicht ersichtlich – ich verwende dafür lieber eine andere Sprache.

    Aber welche Gedanken zu imaginären Freunden Du anhand der imaginären Zahlen aufbaust, ist schon spannend, auch wenn das Analogon nicht so meins ist …

    Der Wortwitz hingegen schon 😀

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  2. SO macht sogar mir Mathematik Spaß! 🙂 Und wehe, ich höre irgendwo mal, dass jemand zu einem sagt, er sei ne Null … dann werde ich ihm das mit dem Neutralelement bei der Addition sogleich mal auf die Nase binden. 😉

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