Hungry Rabbit & Lovesick Wolf von Mangaka Neko Kanda erschien im März 2017 als erster Band der losen Catch ’em all!-Reihe von KAZÉ, bei der jeden Monat ein neuer Boys Love-Manga auf den Markt kommt. HR&LW ist innerhalb dieser Reihe mit „Der Niedliche“ betitelt. Wie die meisten Manga der Catch ’em all!-Reihe, die es 2016 schon so ähnlich unter dem Namen „5 Shades of Pink“ gegeben hat, ist HR&LW ein Einzelband. (Tatsächlich erscheint im Juni 2017 im Rahmen der Catch ’em all!-Reihe der erste Band einer Serie, die hoffentlich danach auch noch fortgesetzt wird.) Aber genug geschwafelt, nun zum Manga Hungry Rabbit & Lovesick Wolf!

Der Manga besteht aus zwei Geschichten, der titelgebenden, die in drei Kapiteln erzählt wird, und einer weiteren, Wolf in Sheep’s Clothing & Faithful Dog, die in zwei Kapiteln deutlich weniger als die Hälfte der Seiten des Buches einnimmt. Ein sechstes Bonuskapitel geht noch einmal auf wenigen Seiten auf die Charaktere der Hauptgeschichte ein.

Hungry Rabbit & Lovesick Wolf
Hungry Rabbit & Lovesick Wolf

In der Hauptgeschichte geht es um den 29-jährigen Shiro, seines Zeichens Sekretär bzw. Assistent eines Firmenbosses. Shiro ist zwar stets aufmerksam und freundlich, wird jedoch aufgrund seines grimmigen Gesichtsausdrucks oft von vornherein gemieden. Ganz besonders trifft ihn das, wenn er seinen Lieblingstieren gegenübersteht: Kaninchen. Er konnte in seinem Leben noch kein Kaninchen streicheln, da alle bisher immer Reißaus vor ihm genommen haben. Bis er eines Tages im Park ein vermeintlich herrenloses Kaninchen findet, das sich tatsächlich von ihm auf den Arm nehmen und streicheln lässt. Als dann auch noch das Herrchen zu eben diesem Kaninchen auftaucht, der hungrige Student Sachi, der in seiner Not seine Idee, einfach das Kaninchen zu essen, laut ausspricht, kann Shiro natürlich nicht anders und bietet Sachi seine Donuts an. Schließlich muss das niedliche Kaninchen gerettet werden.

In dem darauffolgenden Gespräch (beim Mümmeln der Donuts) stellt Shiro erstaunt fest, dass Sachi selbst einem Kaninchen ähnelt. Und er mag ja Kaninchen …

Wie bei einem Oneshot fast nicht anders zu erwarten, geht alles in der Geschichte relativ schnell – das Verlieben, das Gestehen, das Im-Bett-Landen. Es gibt zu keiner Zeit einen wirklichen Konflikt, der nicht auf der nächsten Seite schon wieder aufgelöst wird. Trotzdem ist die Geschichte nicht schlecht. Die Zeichnungen sind in Ordnung. Es gibt Mangaka, deren Stil ich lieber mag, aber das ist Geschmackssache. Das Cover finde ich nicht so wahnsinnig ansprechend. Das Kaninchen auf der Rückseite ist dagegen putzig, wegen der blauen Augen aber schon ein wenig gruselig.

Hungry Rabbit & Lovesick Wolf
Hungry Rabbit & Lovesick Wolf – Rückseite

Auch wenn der Untertitel „Der Niedliche“ offenbar auf Sachi bezogen ist, so muss ich für mich doch sagen, dass ich Shiro weitaus niedlicher finde. Nicht, was die Optik betrifft – er schaut wirklich ziemlich grantig drein – aber auf jeden Fall sein Verhalten. Das ist echt niedlich. Seine Niedlichkeit wird nur von Mary, dem Kaninchen, übertroffen. Sachi dagegen ist eher Durchschnitt. Sicher, er hängt sich ins Zeug, dass er sein Studium und das seiner Schwester finanziell irgendwie auf die Reihe bekommt, aber durch die Kürze des Manga bleibt er relativ farblos.

Hungry Rabbit & Lovesick Wolf
Hungry Rabbit & Lovesick Wolf Aufkleber

Die zweite Geschichte, Wolf in Sheep’s Clothing & Faithful Dog, hat mir persönlich besser gefallen als die Hauptgeschichte. Aisuke, der Wolf im Schafspelz, und Tatsuro, das treue Hündchen, sind Sandkastenfreunde, waren früher Nachbarn und leben, seit sie beide mit dem Studium begonnen haben, in einer Wohnung. Natürlich kam’s, wie es kommen musste …

Als Leser werden wir bei dieser Geschichte gleich mitten ins Geschehen geworfen, kein Kennenlernen, kein Sich-Annähern. Die zwei Kapitel, die für Aisukes und Tatsuros Geschichte aufgewendet werden, sind in dem Fall genau richtig. Und wieder finde ich Aisuke viel niedlicher als den eigentlich als niedlich dargestellten Tatsuro. Aisukes Vorsätze und deren Umsetzung sind echt amüsant. Die zweite Geschichte hat lediglich den Nachteil, dass keine Kaninchen auftauchen. Dafür nimmt sich die Mangaka selbst ein wenig aufs Korn, wenn sie ihren Figuren Gedanken eingibt, in denen sie sich bewusst sind, Charaktere eines Buches zu sein. Sehr witzig!

Kapitel 6 ist kaum der Rede wert und die einseitige Zusatzinfo zum Schluss verknüpft die beiden Geschichten, genauer, zwei der Hauptpersonen. Für die Handlungen ist das aber unwichtig.

Bei HR&LW handelt es sich also um einen Manga mit zwei (unabhängigen) Kurzgeschichten, die kurzweilig unterhaltsam, aber auch nicht viel mehr sind. Schön ist das Extra, das der ersten Auflage (wie allen Bänden der Catch ’em all!-Reihe) beiliegt: ein auffaltbares Poster.

Hungry Rabbit & Lovesick Wolf
Hungry Rabbit & Lovesick Wolf – Buch und Poster

Allerbesten Dank an Kazé Deutschland und AV Visionen für das Rezensionsexemplar!

Bis zum nächsten Mal, liebe Grüße

Michaela

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11 Gedanken zu “Buchvorstellung: Hungry Rabbit & Lovesick Wolf

      1. Klar gibt es freud’sche Verleser!
        Und nun stell dir vor was man alles tun könnte wenn es drei D aufblasbar wäre………das Hasi kraulen, ein Donut klauen, Tatsuro und Aisuke wuscheln……………..den Rest überlasse ich Deiner a thousand times bewiesenen Phantasie! :p

        Gefällt 1 Person

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