Unter anderem diese Frage wurde mir von Kame, dem ultimativen Anime- und Mangablogger, gestellt. Viele Grüße an dieser Stelle!

Als One Shots werden im Manga-Umfeld Einzelbände verstanden, und um genau die geht es in Kames Fragen:

  1. Was hältst du von Manga One Shots?
  2. Besitzt du viele?
  3. Welche könntest du bedenkenlos empfehlen?

Da ich den Beitrag von Kame hier nicht rebloggen kann, kopiere ich meine Antworten eben nochmal in einen eigenen Beitrag.

Bei der Beantwortung beginne ich mit der zweiten Frage: Besitze ich viele One Shots? Nun ja, da diese Frage eigentlich eine geschlossene Frage ist, also entweder mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden sollte, müsste zuvor irgendwie klar sein, was „viele“ genau meint. Deswegen formuliere ich diese Frage kurzerhand wie folgt um: Wie viele One Shots besitzt du?

Ich habe mir jetzt nicht alle Mangas aus dem Regal geschnappt (haha, als ob ich ein Regal hätte, in das alle reinpassen würden) und zu zählen angefangen. Ich habe vielmehr meine kleine, aber feine Liste herangezogen, in der alle Mangas, Light Novels und dergleichen eingetragen sind – zwecks besserer Übersicht gerade bei längeren Serien. Um es kurz zu machen, hat die Zählung der One Shots etwa 170 Bücher ergeben. Ob das nun viele sind, darf jeder selbst entscheiden^^

Etwas kniffliger wird’s dann bei der Frage, was ich von One Shots im Allgemeinen so halte. Diese Frage ist, wie so meist, nicht mit schwarz oder weiß zu beantworten. Generell sehe ich One Shots eher kritisch, denn meist bietet ein einzelnes Buch, in diesem Fall konkret ein Manga mit etwa 180 bis 200 Seiten, einfach zu wenig Platz, damit sich die Geschichte richtig schön entfalten kann. Entsprechend platt bleiben dann oft auch die Charaktere.

Viele One Shots, die ich besitze, sind Boys Love-Manga, und da ist es nicht selten der Fall, dass sich die beiden Protagonisten gleich zu Anfang unsterblich ineinander verlieben – die fehlende Entwicklung der Beziehung ist natürlich mehr als unbefriedigend. Wenn es danach allerdings ansprechend weitergeht, kann ich solche übereiligen Handlungen, die eben der Kürze des Buches geschuldet sind, noch verschmerzen. Viel schlimmer finde ich meistens die One Shots, die eine Sammlung von mehreren kürzeren Geschichten darstellen. Da bleibt dann überhaupt kein Platz mehr für die Charaktere bzw. es passiert in den Geschichten einfach nichts.

Ein Vorteil von One Shots ist natürlich, dass sie nicht abgebrochen werden können, d. h. sie sind immer vollständig. Um einen Eindruck vom jeweiligen Mangaka zu bekommen, können sie auch ganz nützlich sein. Und es gibt ja auch echt gelungene One Shots, womit ich zur Beantwortung von Frage 3 komme. Nennen kann ich hier besipielsweise After A Storm und Not Enough Time von Shoko Hidaka, Flutter von Momoko Tenzen, GOTH von Otsuichi und Kendi Oiwa, Kaine – zumindest die erste Geschichte der Kurzgeschichtensammlung – von Kaori Yuki, Love Whispers in the Rusted Night von Ogeretsu Tanaka, no touching at all von Kou Yoneda, The Man of Tango von Tetuzoh Okadaya, Stigma von Kazuya Minekura sowie Lychee Light Club von Usamaru Furuya (eigentlich eine Graphic Novel, aber ich nehm das Buch hier mal noch mit auf). Das waren die Mangas, die mir beim Durchsehen meiner Liste als erstes ins Auge gesprungen sind. Bei einigen ist es schon länger her, dass ich sie gelesen habe, aber wenn sie mir heute noch positiv im Gedächtnis sind, können sie nicht so schlecht gewesen sein 😉

 

So, jetzt seid ihr dran! Ich gebe Kames drei Fragen einfach mal an euch weiter. Was haltet ihr so von Manga One Shots?

LG Michaela

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13 Gedanken zu “Was hältst du von One Shots?

  1. Hallo 🙂

    musste das gerade lesen und 170?? ernsthaft? aber ich dachte mir auch gleich: mehr als die Hälfte müssen Boys Love sein xD (also bei dir – nicht bei mir … ich besitze wenns hochkommt 5 Boys Love Manga xD )

    Aber mit der Thematik stimme ich dir zu – es gibt einfach nicht genug Platz und wenn es schon ein OS sein soll, dann auch bitte das ganze Buch über 🙂
    Bei Goth und Love Whispers in the Rusted Night kann ich dir auch nur zustimmen 🙂 zwei tolle Bücher 😉 von Otsuichi bitte aber auch noch Can you hear me? 🙂 mein Lieblingsmanga :3 (wenn ich mich entscheiden sollte … wobei … mh … mein Lieblings-OS auf jeden Fall 😉 )

    also dann
    Cheerio

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  2. Ich habe zwar nichts speziell gegen One Shots, trotzdem bevorzuge ich eher längere Reihen, eben genau aus dem Grund den du genannt hast, dass sich die Charaktere in dem kurzen Zeitraum kaum entwickeln können. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass ich kaum welche habe.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass es auch welche gibt, die dennoch sehr gut sind, aber die, die ich bisher gelesen habe, waren meistens nur mit ein paar Kurzgeschichten gefüllt die mir auch nicht wirklich zugesagt haben.
    Immerhin muss man auch bedenken, dass die meisten Mangaka erst mit ein paar Kurzgeschichten angefangen haben, da es gar nicht so einfach ist, direkt an eine ganze Reihe ranzukommen. Deswegen schätze ich, dass viele davon sogar viel Potential haben, das aber einfach nicht entfaltet werden kann.
    Bestimmt gibt es den einen oder anderen One Shot, der wirklich gut gelungen ist, du hast ja auch ein paar empfohlen, die auch ganz vielversprechend aussehen. Trotzdem kann ich jetzt keinen selbst empfehlen, aus dem einfachen Grund, dass ich fast keinen gelesen habe. Mal schauen, ob sich das nochmal ändern wird.

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    1. Um richtig in eine Geschichte eintauchen zu können, sind Serien meist einfach geeigneter … Die dürfen nur auch nicht zu lang werden bzw. vor allem nicht übermäßig strapaziert werden. Auch die beste Reihe sollte mal zu einem Ende kommen^^
      Das mit den Kurzgeschichten stimmt natürlich. Irgendwo muss jeder einmal anfangen – wobei ich gar nicht weiß, was einfacher zu gestalten ist, One Shot oder Serie? Ich glaube fast, für einen One Shot muss man viel mehr planen, weil nach einer festgelegten Seitenzahl einfach Schluss ist. Bei einer Serie kann man zur Not noch einen Band dran hängen 🙂 Für einen Verlag ist ein One Shot aber natürlich ein viel geringeres Risiko, vor allem, wenn der Autor noch unbekannt ist. LG

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  3. Ich möchte auch nochmal „Serial Sausage Slaughter“ von david Füleki deutlich hervorheben: Lediglich mit Stichworten und Ideen von Fans hat er in einem Einzelband eine herrlich abstruse Serienkillergeshcichte mit tintenschwarzen Humor kreiert, nicht umsonst einer meiner allerliebsten One Shots. Irgendwann, ganz sicher irgendwann werde ich mir auch mal aus purer neugier zum abstrusen einen Yaoi anlesen xD

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  4. Unter Mangalesern ist das aber auch eine der Kernfragen, oder? lach Eine Freundin und ich diskutieren auch immer wieder, was besser ist. Sie verteufelt Kurzgeschichten, ich mag sie hingegen sehr.
    Wobei ich da auch nochmal gerne zwischen Oneshot per se und einem Einzelband unterscheide (ein Kapitel vs. mehrere Kapitel/mehrere Geschichten).
    Ich habs ja echt nicht so mit langen Reihen, da ich ungern etwas abbreche und mehr als 10 Bände „commitment“ verlangen. Aufmerksamkeit und Geduld, die ich nicht immer habe. Deswegen ist die Vorauswahl da schon ziemlich knifflig. (Was ich bisher jedoch gelesen habe, war dann auch meist sehr gut.)
    Einzelbände finde ich hingegen gut. Solide. Kost für zwischendurch. Da sind meine Ansprüche aber auch etwas anders, als z.B. bei längeren Serien. Es gibt zwar wenige Einzelbände oder gar Oneshots, die gute Geschichten liefern, aber man muss sie suchen. Und ziemlich viel Durchschnittskost über sich ergehen lassen. Wenn ich mir meine Liste so ansehe, dann liegt der Punkteschnitt bei ca. 6-7/10. Ist okay. Da freut man sich über die Perlen umso mehr.

    Und einige zählst du ja bereits auf:
    „No Touching At All“ & „Even So, I Will Love You Tenderly“, „Love Whispers in the Rusted Night“, etc..
    Den Rest da oben muss ich noch lesen, einiges liegt schon hier. Und „Stigma“ wurde soeben bestellt. Sieht gut aus.
    Empfehlen könnte ich darüber hinaus noch:
    „Boys Love“ (Kaimu Tachibana), „Watashitachi no Shiawase na Jikan“ (Sumomo Yumeka), „Calling“ (Miu Ootsuki) & „Tamayura“ (Ringo Yuki) – Gut, die letzten beiden werde ich dir wohl auf ewig um die Ohren hauen. 😛 Einzig bei „Tamayura“ finde ich es etwas schade, dass es wirklich nur ein Einzelband geworden ist. Das Pacing ist langsam, die Charakterentwicklungen schreiten nur sehr vorsichtig heran und trotzdem bekommt man so viel mit. Gerade auch durch das Setting, was die Ängste der Gesellschaft wiederspiegelt. Aber ob ein Zweiteiler die Wirkung hätte aufrechterhalten können? Das weiß ich nicht. Da sind manche Einzelbände schon sehr geschickt in ihrer Machart.
    Und falls es noch etwas heftiger in Sachen Yaoi sein soll: „Giglio“ – Fusanosuke Inariya.

    Einen typischen Oneshot, den ich gerade aufgrund seiner Knappheit extrem interessant finde:
    „Noa“ von Kentarou Miura („Berserk“). Der ist knackig, erklärt das was nötig ist und überlässt den Rest dem Leser. Sehr stark, auch der Artstyle.

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, da hast du recht: Unter der Mehrheit an Durchschnitt finden sich die ein oder anderen Einzelbände, die echt gut sind. Deine Tipps, die ich noch nicht kenne, werde ich mir gleich mal anschauen^^ „Boys Love“ von Kaim Tachibana liegt hier, ist aber noch nicht gelesen … Muss ich also bei nächster Gelegenheit gleich mal nachholen. Viele Grüße und frohe Ostern!

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  5. Ich besitze eine viel Zahl an Manga, aber an One-Shots besitze ich eher wenig und die meisten sind Boys Love. 🙂
    Aber wenn ich einen nicht Boys Love One Shot empfehlen müsste wäre es Verrückt nach Erdberren von Kayoru. One Shots sind schon was tolles aber ich finde sie zu kurz, ich habemich mal einen ganzen Tag mit meiner Nichte drüber beschwert das so ein Meisterwerk keinen 2 Band hat. Bei One Shots kontzentriere ich mch auch hauptsächlich eher auf Boys Love, für Romanze brauche ich einfach eine länger Reihe, außer es geht um die One Shots von Kayoru, die kaufe ich sofort.

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