Zugegeben, ich habe mich wirklich gefragt, ob ich das Thema noch einmal aufwärmen soll. Das mit den verschiedenen Schreibertypen. Da ich aber in diesem Beitrag angekündigt hatte, zur Unterscheidung „Genie“ (bzw. Vollidiot) und „Perfektionist“ noch ein paar Worte zu verlieren, komme ich wohl nicht drum herum, nicht wahr? Oder wäre das am Ende gar niemandem aufgefallen, weil’s schon ein gutes Weilchen zurückliegt?

Wie auch immer … Ich habe mir jedenfalls noch so einige Gedanken zu dem Thema gemacht, aber die einzigen „genialen Vollidioten“ unter den Schriftstellern, die mir eingefallen sind, sind Goethe und Stephen King, wie ja auch schon von Simon Segur vermutet.

Wo es allerdings doch deutlich mehr von Genies wimmelt (oder in der Vergangenheit gewimmelt hat) als in der Schriftstellerei, ist wohl in der bildenden Kunst, allem voran in der Freskenmalerei. Während man bei einem Acryl- oder Ölgemälde mehr oder weniger beliebig oft seine Fehler durch sanftes Abkratzen oder Darübermalen ausbessern kann, so ist beim Bemalen von noch feuchtem Putz, von dem die Farbe sofort aufgesogen wird, ein Fehler nicht mehr rückgängig zu machen. Sicher, man kann ihn verschleiern, davon ablenken oder das Motiv anders gestalten, aber ausbessern als solches ist nicht möglich. Es sei denn, man entfernt die oberste Putzschicht komplett und trägt diese neu wieder auf.

Beim Schreiben eines Romans oder dergleichen wird uns das vermutlich eher selten passieren. Kaum jemand wird das, was er einmal aus einem Impuls heraus aufgeschrieben hat, so abgeben bzw. veröffentlichen, ohne Korrektur zu lesen oder, noch besser, Korrektur lesen zu lassen. Mögliche Fehler bekommt später (normalerweise) also nie jemand zu Gesicht.

Etwas anders verhält es sich heutzutage vielleicht im Netz, besonders in den sozialen Netzwerken. Hier hat man schnell mal einen Kommentar oder einen Tweet geschrieben und auf abschicken geklickt, ohne vielleicht ein zweites Mal darüber nachzudenken, was man geschrieben hat. Ein Rechtschreibfehler ist da noch das geringste Problem. Selbst wenn man dann die Möglichkeit hat, den Putz abzuschlagen und eine Korrektur vorzunehmen, so ist doch zumindest für kurze Zeit ein Makel sichtbar. Waren es bei den Freskenmalern die anderen Arbeiter (Verputzer, Gerüstschieber usw.), die einen Fehler mitbekommen haben, so ist es heute im Prinzip die ganze Welt.

Vielleicht sind die Bezeichnungen „Genie“ und „Vollidiot“ also doch nicht so weit voneinander entfernt?

Nun bleibt mir nur noch zu sagen: Wer diese Gedankengänge von Schreibertypen über Freskenmalerei hin zu Twitter, Facebook und Co. verstanden hat, vor dem ziehe ich meinen nicht vorhandenen Hut und wünsche demjenigen, aber auch allen anderen, noch einen schönen Tag! 🙂

Viele Grüße

Michaela

PS: Das Beitragsbild ist von pixabay und zeigt das alte Rathaus von Bamberg.

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48 Gedanken zu “Von Fresken, Fehlern und Vollidioten

  1. Es gibt ja diese Gemälde an den Dächern der Dome und diese müssen ja hin und wieder restauriert werden und mein Kumpel ist ja da eingesetzt und pinselt da oben rum mit seinem Pinsel und es sind ja alles Engel, die er restaurieren muss und er hat mir gesagt, dass er dem Erzengel Michael eine Gauloises hinters Ohr gemalt hat, was man von unten natürlich nicht sieht im Kölner Dom .. 🙂

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  2. Was „Elmsfeuer“ betrifft: Es gibt zwei Arten zu schreiben. Einmal die psychologische Árt und einmal die Art, wo man immer wissen will, wie es weitergeht. King ist der zweiten Art verpflichtet, wechselt ständig den Erzählstrang immer dann, wenn es am spannendsten ist. Das ist tiefste Trivailiteratur und keine wirkliche Literatur. Das ist Käse. Aber es gibt guteVerfilmungen: „Shining“, „Needfull Things“ und „Zimmert 1408“ waren für mich absolut sehenswert. Der Rest Scheiße.

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    1. Ich weiss nicht, ob dein Urteil nicht ein bisschen hart ist. Erstens gibt es m.E. mehr als nur die psychologische Art zu schreiben und zweitens wird eine Schreibe nicht automatisch Trivialliteratur, weil der Erzählstrang den Leser am Rand des Nervenzusammenbruchs hält. Viele Erzählarten machen das, man nennt sie auch Genres oder Genreliteratur. Das bringt mich zu drittens: Der Begriff Literatur ist an sich inflationär unterwegs und wurde immer schon von jedweden Kräften für ihre Zwecke politisiert.
      Ich würde das alles nicht so hoch hängen – wenn es gefällt darf es auch gerne gelesen werden. Und was King betrifft – Er hat mal vor vielen Jahren ein kleines Kurzgeschichten (Novellen) Buch veröffentlicht:
      Different Seasons (Ich kenn leider nur den Amerikanischen Titel). Ich sag nur: Exquisit! Thematisch wie literarisch.

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      1. Wie gesagt: Ich lass mich gerne belehren und hab in den Büchern von King immer nur ähnliches gefunden wie in den Heftchen von Jason Dark, die ja auch ihre Leser finden. Ich lese Edgar Allan Poe und finde da eine andere Art der Literatur. Ganz andere Sprache, völlig andere Sätze, sprachliche Musik. Wenns dir reicht, was King schreibt, ist es doch gut. Verschachaltete und geniale Sätze hab ich bei King nie gelesen. Als ob ein Analphabet schreibt, verglichen mit Poe, dessen Prosa reine Musik ist. King ist eben ein Trivialautor wie es damals Simmel oder Konsalik waren: Ein Vielschreiber ohne sprachliche Fähigkeiten, der runternudelt, was ihm einfällt. Das spachlich autenthische felht ihm, die Macht der Worte, das Schöne, was wahre Literatur eines Hermann Hesse oder Thomas Mann auszeichnet. King ist ein Vielschreiber, der für die Masse schreibt, ein Dummkopf, der manchmal recht hat. LG PP

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      2. Heyho Alex,
        „Different Seasons“ kam hierzulande unter dem Namen „Jahreszeiten“ in zwei Taschenbüchern raus. Enthielt jeweils zwei Novellen: „Pin-Up“ & „Der Musterschüler“ sowie „Die Leiche“ & „Atemtechnik“.
        „Der Musterschüler“(Apt Pupil,1998) mit Ian McKellen und Brad Renfro sowie „Die Leiche“(Stand by Me,1986) mit River Phoenix und Whil Wheaton gibt es als Filme. (Zu Deiner Info…)

        Und Herzkoma: Lies doch mal „die augen des Drachen“, dann kannst Du einen ganz anderen King erleben als bisher kennengelernt. Lohnt sich echt!

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      3. Danke für die Info. Ich bin eh der Meinung, daß hinter King viel mehr steckt als ein „Hack“ – ein Vielschreiber ohne Talent. Und wer sich mal den theoretischen Unterbau seines Lieblingsgenres reinziehen möchte, sollte sich sein Sachbuch „Danse Macabre“ durchlesen. Es ist für Liebhaber des Horror-Genres ein Augenöffner und ein sehr kluges Buch.

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  3. Zur Freskenmalerei: Immerhin wurden ja große Schablonen aufgelegt und die Zeichnungen durchperforiert – die Grundlinien sind also schon mal auf der Wand und reduzieren die schlimmsten Fehlermöglichkeiten. Trotzdem finde ich Deinen Vergleich mit den „Schnellschüssen“ in unserer Sozialmedienwelt mit der Fresco-Malerei großartig – meinen herzlichen Dank!

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      1. Ich glaube, mal gehört zu haben, dass er mit der ersten Version des Deckengemäldes nicht zufrieden war und deswegen alles nochmal neu gemacht hat. Allerdings habe ich auf die Schnelle im großen, weiten Netz dazu nichts gefunden. Habe ich mich da geirrt? Falls nicht, war er wohl ein perfektionistisch idiotisches Genie (oder so …) XD

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      2. Nein, Schablonen haben sie keine gemacht, sondern Vorzeichnungen. Die konnte man, je nach Untergrund entweder mit Bleistift oder auch mit einem Silberstift machen, der viel weniger auftrug. Die Vorlagen, die Michelangelo oder einer der anderen tollen Fresco Maler fertigte, wurden in der Regel in deren Ateliers von ihnen selbst oder ihren Lehrlingen angefertigt. Zur Zeit Michelangelos war es gerade noch Handwerk, die früheren Meister (Fra Angelico, Giotto) später gab es Raffael und viele andere.
        Was sie alle auszeichnete, war ein grundlegendes Verständnisfür das (Kunst)Handwerk und die Technik.
        Zu Michelangelo: Er hat meines Wissens nach wirklich einen Teil seiner Arbeit neu gestaltet. Das hiess aber, den Grund wegzuschlagen und neu zu verputzen und dann alles neu zu bemalen.
        Genau weiss ich es nicht mehr, aber Michelangelo war mit Unterbrechungen etwa 30 Jahre im Vatikan beschäftigt, Wand- und Deckenmalereien anzubringen. Es war auch kein Genie-Vollidiot, sondern ein rundum gebildeter Mensch seiner Zeit (Latein, Griechisch, Philosophie, Kunst, Rhethorik), wie wir heute respektvoll sagen würden: ein Renaissance Mann

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      3. Ah, okay, du kennst dich gut aus! Besten Dank für die ausführlichen Infos 🙂
        Das mit dem Genie-Vollidioten war natürlich nicht ernst gemeint, sondern lediglich eine Anspielung auf den alten Beitrag! Also bitte nicht missverstehen.

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    1. Du hast Recht, es war Frühling, Sommer, Herbst und Tod, und ich denke immer noch über die erste Geschichte nach von dem Jungen, der zum gefühllosen Täter wird, weil er mit einem Altnazi abhängt. Fast visionär, würde ich behaupten. Dann gab es diese Geschichte mit der Abkürzung durch den Wald, bis man schneller am Ziel ist als es einen die gerade Linie erlauben würde… King nutzt die Unmöglichkeit der Tatsache dazu, der „geheimen“ Welt einen Auftritt zu verschaffen, und der ist nicht schön…
      Ich finde, er schreibt durchaus intelligent, weil er Denkweisen umwirft und so zum Überlegen animiert.
      Nicht erwähnt wurden bisher ein paar meiner scariest books, nämlich Pet Sematary, It und der Klassiker The Stand. Das letzte ist zwar langatmig, wird aber dem Konzept der Beschreibung einer sich entwickelnden Dystopie mehr als gerecht, zumal der paprareligiöse Aspekt immer stärker je später an Fahrt gewinnt.

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  4. Gerade merke ich, in was für einem Kindergarten ich hier bin: Stephen King als Autor zu bezeichnen ist ja echt krass. Es gibt keinen schlechteren Trivialautoren und seine Geschichten sind hanebüchen und der Schreibstil echt krass mit den kurzen Sätzen: Das ist doch trivialer Schrott. Da muss ich mich doch als Germanist ein wenig von euch absondern .. LG PP

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    1. Finde ich okay, wenn das deine Meinung ist, aber die Bezeichnung Kindergarten zu verwenden ist nicht fair. Niemand kann abstreiten, dass King von vielen, vielen Leuten gelesen wird, insofern scheint sein Schreiben so schlecht nicht zu sein. Vielleicht sind seine Leser ja alles Nicht-Germanisten – keine Ahnung, das kann ich nicht beurteilen, hab mit Germanistik auch nix am Hut – aber wir können doch nicht alle Literatur- und/oder Sprachwissenschaftler sein. Genau so wenig, wie wir alle dieselben Bücher und Autoren lesenswert finden.

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      1. Nein, das ist gerade kein Qualitätssiegel, wenn ein Autor von vielen Menschen gelesen wird, weil ein Massenautor, der am Fließband produziert, niemals wirkliche Qualität abliefern kann. Die Bildzeitung wird auch von der Masse gelesen und ist die meistgelesene Tageszeitung. Aber natürlich habt ihr Recht. Ich habs auch nicht böse oder abwertend gemeint. Ich sollte meinen schwarzen Humor doch nicht mit ganz so ernstem Gesicht rüberbringen. Zumindest die Augen sollten dabei lachen und ein paar Emoticons darauf hinweisen. Hier ist super Frühlingswetter. Ich wünsch euch beiden Sonne ins Herz und nehmt mich doch um Gottes Willi nicht so verdammt ernst 😉

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      2. Qualität ist wohl ein sehr subjektiver Begriff – und was nützt Qualität, wenn keiner sie kennt?
        Aber ich denke, wir drehen uns im Kreis … Du magst King nicht, ich lese keine Bildzeitung. So ist das eben, Punkt. Es freut mich, wenn du schreibst, dass du niemanden abwerten möchtest.
        Hier ist ebenfalls tolles Wetter, Sonnenschein, Schneeglöckchen und Krokusse blühen auf der Wiese. Einen schönen Sonntag wünsche ich! 😀

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      3. 🙂 Ich mag eigentlich Kitsch .. Weiß auch nicht, warum ich so empfindlich auf King reagiert habe. Zimmer 1408 mit dem smarten John Cusack hat mich sehr gefesselt, besonders das Ende. Einfach genial und überhaupt nicht voraussehbar. Der Wahnsinn. Ich bin ein bisschen verrückt. Tut mir leid. Ich entschuldige mich bei allen Beteiligten. Der Apfelwein wars: Ich bin heut morgen über leere Apfelweinflachen gefallen, als ich nach meinem PC sehen wollte. Ja, ich hatte gestern vergessen, das Sprudelwasser dazu zu mischen .. Man wird älter und vergisst schonmal dies oder das. Ich hab das Zeug wohl aus der Flasche direkt in mich reingekippt. Da hab ich mich in einem Anfall von Paranoia wohl auf Stephen King eingeschossen. Falls dus hier liest, Stephen: „Es war nicht so gemeint .. Was sagst du Stephen? Du hast dich köstlich amüsiert? Du willst mich einbauen in die nächste Story? Oh Stephen, das wusste ich doch immer, dass du der beste Schriftsteller bist der Welt. Mein Lieblingsautor ..“

        Heut Nacht solls aber wieder frostig werden. Ich hab so ne Frühschicht, die beginnt um 3 Uhr, fröstel ❤

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    2. Mal von Germanist zu Germanist (welchen akademischen Grad hast Du denn? Soll ich Dir meinen verraten?): Diese Diskussion um Kings Qualität wurde bereits vor Jahrzehnten geführt. In den 80ern und 90ern wurde er als Schundschreiber und Trivialautor abgestempelt, mittlerweile kommt so etwas keinem Literaturwissenschaftler mehr so plakativ über die Lippen. Mag ja sein, dass sich diese Erkenntnis noch nicht bis zur fernen Insel namens Herzkoma herumgesprochen hat, ändert aber nichts an der Tatsache. Du schadest Dir nur selbst, wenn Du Aussagen absolut setzt, die falsch sind. Beispiel King-Verfilmungen: Du nennst ein paar und sagst: „Der Rest Scheiße“. Aber was ist mit „Stand by me“, mit „The Green Mile“, was ist mit Anthony Hopkins in „Heart of Atlantis““ oder „Die Verurteilten“ mit Tim Robbins und Morgan Freeman? Alles großartige King-Verfilmungen – die Du offensichtlich nicht kennst oder nicht mit King in Verbindung bringst. Wie Michaela sagt: Du musst King ja nicht mögen, das ist okay. Ich mag auch die Mona Lisa nicht. Daraus aber abzuleiten: Da Vinci ist scheiße – das ist, hm, putzig. Insofern empfehle ich eine Überprüfung der eigenen Wahrnehmung. Noch ein Wort zu Poe: Der Mann hat das Schundgenre par excellence erfunden: die Detektivgeschichte; ihm ging es wie King um die Abgründe unserer Seelen. Poe würde King lieben 🙂

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      1. Ich kann natürlich nur über mich reden und meine Vorlieben. Ich mag King einfach nicht und wenn ich sage, King ist Scheiße, dann ist das Umgangssprachlich für: „Seid mir nicht böse liebe Leute, aber ich finde nichts an Kings Schreibe, was mich berührt.“ Hermann Hesse hat mal über akademische Titel gesagt, dass er sie lächerlich findet und ich war auch noch nie auf irgendwelche Titel aus. Diskussionen interessieren mich auch wenig, ob sie nun in den 70ern oder in den 90ern stattfanden: Ich bewerte die Dinge, die mir Spaß machen sollen nach meinen eigenen persönlichen Maßstäben. King mag ich mal garnicht. Ich wünsch dir dennoch viel Freude beim Anschauen und Lesen. Anthony Hopkins und Tim Robbins und Morgan Freeman .. Spielen die nicht überall mit 😉

        Schönen Sonntag wünscht der Sven 🙂

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      2. PS: Ich hab „Elmsfeuer“ bis zur Hälte gelesen und muss dir attestieren, dass du ein guter Schriftsteller bist, eigentlich ein hervorragender. Und die Geschichte ist auch gut durchdacht und sprachlich hervorragend, aber es fehlt am Anfang etwas Power, etwas Kraft. Es fehlt dieses Moment, dass einen wirklich in die Story reinzieht und mitreißt. Aber ich denke, das kann man noch am Ende ändern.Ziemlich gut, dass du erstmal drin bist in dieser ausweglosen Situation. Ein Schiff, das am Ende der Welt feststeckt. So ähnlich beginnt auch der Film von „Roger Cormans Frankenstein“. Gefällt mir ausgesprochen gut. Ich kann dich nur in deinhem Tun bestärken. Die besten Ideen kommen übrigens beim Schreiben. LG Sven 🙂

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      3. Ich musste jetzt doch eine lange Zeit überlegen, ob und wie ich antworte – immerhin könnte ja auch Dein Post Sriptum zum „Elsmfeuer“ sich plötzlich als „schwarzer Humor“ und Witz entpuppen. Was mich letztlich jetzt doch zu diesen Zeilen bringt, sind nicht Deine Komplimente zum Text, sondern Deine fundierte Kritik, der ich zustimme. Immerhin hast Du Dir die Mühe gemacht und die Zeit genommen, in das Buch reinzulesen – schon deshalb also sage ich Dir meinen Dank. Das Anfangs-Problem habe ich tatsächlich oft in meinen Büchern; offenbar hat das mit dem „Hineinschreiben“ in die Welt und den jeweiligen Sprachklang zu tun. Meist löse ich eben dieses Problem, indem ich (höchst simpel, aber ungeheuer wirkungsvoll) einfach die erste Szene komplett streiche und mit der zweiten den Roman beginnen lasse. Hier geht das für mich nicht: Ich muss diese erste Szenen auf dem Deck der MS Cohiba schon haben.
        Also, vielen Dank fürs Lesen und die konstruktive Kritik. Und zum Abschluss: Ich habe für mein Schreiben hauptsächlich von vier Autoren gelernt: Poe, Thomas Mann, Goethe und Stephen King. Alle vier schreiben auf ihre Art großartig. Liebe Grüße!

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  5. Oh Leute! schmunzelt mal in sich rein

    QUOTE Herzkoma: „Ich kann natürlich nur über mich reden und meine Vorlieben. Ich mag King einfach nicht und wenn ich sage, King ist Scheiße, dann ist das Umgangssprachlich für: „Seid mir nicht böse liebe Leute, aber ich finde nichts an Kings Schreibe, was mich berührt.“ ..“
    Herzkoma, Du bist also jemand der in der Sprache die Macht des Wortes sucht, der kunstvolle Formulierungen mag. Der aufblüht, wenn jemand wie Poe mit der Sprache sozusagen Musik macht, spielt – und das auf eine sehr virtuelle und hintergründige Weise? Fein! Das ist nämlich toll. Aber es ist ein Stil von vielen. Ich gestehe, es verwundert mich, dass jemand der so sehr die Macht des Wortes liebt, dann erst nach einer gefühlten Ewigkeit seinen Satz „..ist Scheisse“ in oben aufgezeigter Weise korrigiert. Denn gerade von jemandem wie Dir würde man dann doch kein triviales, schundhaftes Bildzeitungsurteil wie „King ist Scheisse“ erwarten, sondern eben genau die diplomatisch korrigierte Version 🙂

    Aber ich lasse Dich mal wieder vom Haken, sonst komme ich noch auf die Idee Dich ernst zu nehmen.

    Generell denke ich, dass es sich mit Autoren ähnlich verhält wie mit Musikern, Komponisten oder bildenden Künstlern: Was Kunst ist muss das Individuum selbst entscheiden.
    Kunst entzieht sich einer allgemeingültigen Definition, weil in der Regel als Kunst empfunden wird was gefällt. Und das wiederum ist eben Geschmackssache.
    Ich mag King. Nicht weil er ein Wortakrobat wäre, sondern weil er es schafft, mich zu fesseln. Mich die Zeit vergessen zu lassen, mich völlig in seine Geschichte hinein zu ziehen versteht.
    Ich mag auch Wortkünstler und Poeten. Je nach Stimmung.

    Ich selbst bin zwar ein Perfektionist, aber weniger beim Schreiben. Die Interpunktion war schon immer mein Feind, und da ich nur in meinem Blog schreibe, denke ich nicht viel über meine Rechtschreibung nach. Wer Fehler findet darf sie belächeln, behalten, sammeln oder mich abhaken, ganz nach Gusto!
    Mein fehlerhafter Umgang mit dem „ß“ ist der Tatsache geschuldet, dass ich mich in der Regel vertippe wenn ich versuche es auf der Tastatur zu erwischen. Dann lieber „ss“ als das „ß“ jedesmal in ein Fragezeichen zu konvertieren. (Ich habe keine Ahnung, warum ich beim Versuch ein ß zu tippen jedesmal die Hochstelltaste bediene, aber es ist halt so.)

    Die einzige Ausnahme in der Laxheit die ich meiner Rechtschreibung entgegen bringe, war eine Phase in der ich für eine pseudo journalistische Seite im Internet einige Artikel verfaßte. Die liess ich dann tatsächlich Korrektur lesen. Ich weiss, dass ich es KANN sofern ich mir Stress mache. Meine Faulheit aber obsiegt – mit meiner Erlaubnis. Es genügt mir zu wissen das ich könnte wenn ich wollte um mir dann die Fauheit zu gönnen. 🙂

    Warum ich hier philosophiere? Naja……..
    weil ich der Meinung bin, dass es unserer Leistungsgesellschaft mehr als gut täte, Menschen anders zu betrachten, und von dem „Schöner, Besser, Schneller, Höher, Weiter….etc. pp.“ weg zu kommen.
    Keine „Leister“ zu sehen sondern „Herzen und Seelen“. Den Menschen nicht nach dem zu bemessen was er leistet sondern wer er ist. Den Charakter zu wahrzunehmen anstatt zu checken was eine Person für das Bruttosozialprodukt leistet.
    Superlativen waren gestern. Es gibt für alles einen Punkt, an dem es nicht mehr steigerungsfähig ist. Was dann übrig bleibt? Gefühle. Und Menschlichkeit.
    Oder eben nicht.

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    1. „Was Kunst ist muss das Individuum selbst entscheiden.
      Kunst entzieht sich einer allgemeingültigen Definition, weil in der Regel als Kunst empfunden wird was gefällt. Und das wiederum ist eben Geschmackssache.“
      Besten Dank für deinen Kommentar! 🙂

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    2. Man sollte Menschen wirklich nicht beurteilen, sondern so nehmen wie sie sind. Aber ich mach auch immer wieder Fehler beim Umgang mit anderen, weil ich ja den Alkohol als den Treibstoff für Poeten erkannt habe, der die Tür zu der Seele öffnet. Und nach einem gewissen Pensum, dürfte ich eigentlich nicht mehr kommentieren. Ich muss mich dann am nächsten Tag bei allen Beteiligten entschuldigen oder eine Ausrede suchen. Schwarzer Humor, haha.

      Rechtschreibfehler usw. sehe ich überhaupt nicht, wenn ein Text mich fesselt. Es kommt doch nicht auf die Ottogrvie an, sondern auf den Inhalt. Aber ich stelle immer wieder im Internet fest, dass es Zeitgenossen gibt, die sich an diesen Nebensächlichkeiten festbeißen und die Hauptsache übersehen oder bewusst übergehen. Fantasie ist das Zauberwort. Wer über Fantasie verfügt, den soll eine Rechtschreibschwäche nicht hindern. Und man kann auch dazu wie du stehen, dass man eben im Rausch des Schreibens nicht jedes Wort googelt auf seine Duden-Tauglichkeit. Wichtig ist immer, dass jeder versteht, was gemeint ist.

      Du hast schöne Bilder und tollen Text dazu auf deinem Blog. Woher sind die Bilder? Ich mag so Sachen, weil ich mich selbst der Gothic-Bewegung zugeneigt fühle und hier oft Menschen mit Engelsflügel auftreten. Einfach traumhaft schön. LG PP 🙂

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      1. In meinem Blog findest Du die Erklärung woher die Bilder sind unter dem Punkt „über“. Es sind Avatare aus Second Life, die ich nach Gusto gestalte um dann mit den Bildern eine Geschichte zu erzählen. Manchmal sind es auch Schnappschüsse aus Rollenspielen in Second Life.
        Schön, dass sie Dir gefallen. Second Life bietet eine Menge für Goths.
        Wobei es Zufall ist, dass auf dem Bild welches Du vermutsam meinst, die Flügel gerade schwarz sind 😉

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  6. @simonsegur: Der erste Satz ist immer der wichtigste in einem Roman. Thomas Mann ist ein gutes Vorbild, aber ich halte es mit Hermann Hesse, weil der wärmer schreibt. Goethe ist absout gut und ich bewundere und verehre ihn. Ein Mensch durch und durch. ein Vorbild für alle. Poe aber ist für mich der absolute Meister. Er war der Erfinder der Detektivgeschichte und hat Conan Doyle beflügelt. Er war der Erfinder von Science-Fiction und hat viele Autoren beflügelt. Er war Kritiker und alle die er als Bulldogge Poe verriss, gibt es heute nicht mehr, aber die er lobte, etwa Dickens, sind heute Weltliteratur. Er war Dichter und sein „Rabe“ gehört heute zu einem der zehn besten Gedichte, die die Welt gesehen hat. Seine Horrorgeschichten wurden verfilmt und er hat dadurch indirekt Heavy Metal erfumdem. weil Black Sabbath sich auf ihn beriefen und hat somit letzhendlich die Gothic-Bewegung erst möglich gemacht. Der „Rabe“, wie man ihn nannte durch seine schwarze Kleidung..

    Lieben Gruß an alle wünscht PP

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