Elementa Alchemica ist mit einer Länge von 40 Minuten eines der längsten Stücke, das sich aktuell in der japanischen Pop-/Rockmusik finden lässt. In einem abwechslungsreichen Experiment, welches klassische, folkloristische und rockige Anteile miteinander kombiniert, präsentiert die Band A (bzw. Ace, ausgeschrieben „Anonymous Conferedate Ensemble“ oder auf japanisch エース) die vier Elemente Erde, Wasser, Feuer und Wind.

Ganz kurz noch ein paar Worte zur Band (wie auch immer sie nun heißt oder ausgesprochen wird), bevor ich detaillierter auf Elementa Alchemica eingehe. A gründeten sich 2010 aus vier Mitgliedern: Sänger Nimo, Violinist Rookie Fiddler, der auch die klassischen Gesangparts übernimmt, Bassist Toshi und Gitarrist Muchos Gracias. Bereits 2011 verließ Muchos Gracias die Band jedoch offiziell wieder und wurde seitdem nur noch als Supportmitglied gelistet. Die Musik von A ist allgemein vermutlich dem Rockgenre zuzuordnen. Der Klang der Band ist, vor allem wegen der Geige, ziemlich einzigartig, die Lieder stets bewegend – ob tiefsinnig oder lustig. Im Jahr 2014 vermeldete die Band die Aussetzung aller Aktivitäten auf unbestimmte Zeit.

A - Sticker (Elementa Alchemica)
A – Toshi, Nimo und Rookie Fiddler – Sticker (Hochglanz), der der CD beigelegen war

Elementa Alchemica ist 2012 erschienen. Das Stück fängt mit einem gesprochenen Intro mit keltisch angehauchter Gitarrenbegleitung im Hintergrund an. Die kurze Erzählung zu Beginn lautet in etwa wie folgt:

Vier Quellen bestimmen diese Welt. Diese sind: Erde, Wasser, Feuer, Wind. Man sagt, alte Naturgeister wohnen ihnen inne.

Wenn alle Kräfte zusammenkommen, öffnet sich eine Tür zu einer neuen Welt. Hast du den Mut, diese Tür zu öffnen?

Also dann … Lasst uns heute Nacht ein Fest für das Treffen dieser vier Seelen geben. Sei sicher, dass du das, was passieren wird, mit deinen Augen und deinen Ohren wahrnimmst.

Nun denn …

Die Erde beginnt relativ klassisch, erinnert mich ganz zu Anfang an Filmmusik aus Harry Potter. Der choralähnliche Gesang von Rookie Fiddler, der daraufhin von einer Geigenstimme begleitet einsetzt, ist bemerkenswert. Die Musik geht langsam in A-typische, solide Rockmusik über, mit E-Gitarre und Nimos klarem Gesang, nicht ohne weiterhin jedoch klassische Elemente und ein kurzes, aber überraschendes, folkloristisches Geigensolo zu beinhalten. Der Refrain in diesem Teil hat einen netten Schwung und geht gut ins Ohr. Sanfte Klavierklänge läuten den Übergang zum nächsten Teil ein.

Bei Wasser habe ich zunächst das Gefühl, mitten in einer Schafherde auf einer saftig grünen, weiten Weide in Irland zu stehen, über die sich gemächlich ein Bächlein schlängelt – Harfe, Flöte und Co sei Dank. Der imaginäre Bach schwillt im Verlauf, in dem auch die Musik wieder rocklastiger wird, weiter an, insgesamt bleibt der Teil aber relativ getragen. Der Refrain wartet wieder mit einer schönen Melodie, die genau Nimos Stimmlage trifft, auf. Bevor es zum nächsten Element übergeht, wird es allerdings noch einmal interessant: Mittelalterklänge, zunächst wieder hinterlegt mit Rookie Fiddlers Choralgesang, mischen sich hinzu, die dann in ein schnelles E-Gitarrensolo übergehen.

Diese Gitarre ist der Übergang zu Feuer. Dieser dritte Teil ist flotter als die beiden vorigen und härter, das heißt viel mehr E-Gitarrenriffs und ein paar Growls. Nimos Gesangspart ist hier deutlich stärker vertreten. Zwischendrin gibt es in Feuer sogar eine Stelle, die starken Jazzeinfluss aufweist – jedoch gleich von einem weiteren Teil, der eher zum Headbangen einlädt, abgelöst wird.

Flöte, Akustikgitarre und spanische Rhythmen läuten dann den Teil Wind ein. Zunächst vielleicht noch ein laues Lüftchen, entpuppt sich dieser Wind dann aber doch als kräftiger Sturm. Das treibende Schlagzeug zusammen mit dem Bass und der Gitarre halten das Tempo aufrecht und Nimo holt am Gesang noch einmal alles an Sehnsucht raus, was möglich ist. Gerade sein Falsetto gegen Ende ist natürlich im Teil Wind gut aufgehoben. Ein wenig erinnert mich die Melodie in diesem Teil an Songs von X-Japan.

Nach einem schnellen Gitarren-/Geigensolo geht’s noch einmal kurz an die irische Küste zurück, ehe die Geige dann mit einer mitreißenden Melodie zum Schlussspurt ansetzt und alle vier Elemente letztlich vereint sind.

Ein echtes Marathonstück … Aber es lohnt sich wirklich, es sich im Ganzen anzuhören!

Liebe Grüße

Michaela

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2 Gedanken zu “Die Zusammenkunft von Erde, Wasser, Feuer und Wind als musikalisches Experiment – „Elementa Alchemica“ von A (Ace)

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