Sodala, jetzt habe ich doch neulich Morgen eine ganz exklusive Kanne Tee aufgebrüht. Eine kostenlose Probierportion eines JAPAN SHINCHA KIRISAKURA First Flush, die ich bei einem Einkauf bekommen und die seitdem ein paar Wochen lang bei mir zu Hause im Teeregal gelegen hatte (natürlich luftdicht verschlossen). Und ich muss euch sagen: Man schmeckt, dass das einer der teureren Tees im Angebot des Teeladens war 😉

Schon beim Öffnen des Päckchens riecht der Grüntee, dessen nadelartige Blätter im trockenen Zustand ziemlich dunkelgrün sind, sehr intensiv fruchtig und natürlich auch nach Chlorophyll.

Für den ersten Aufguss habe ich die komplette Probiermenge Tee, die für einen halben Liter Wasser gedacht ist (ich bin mir nicht sicher, aber es müssten so ca. 5 g Teeblätter gewesen sein), in meiner kleinen Einhandkanne mit 300 ml Wasser aufgegossen. Das Wasser hatte hierbei noch eine Temperatur von 60° C.

In Japan, so wurde mir gesagt, werden Tees eher sehr konzentriert aufgegossen, d. h. es werden relativ viele Teeblätter in eine Kanne gegeben. Dafür lässt man den Tee etwas kürzer als (in unseren Breiten) angegeben ziehen. Und es wird natürlich mehrmals aufgegossen, ist ja klar^^

Japan Shincha Kirisakura First Flush

Den ersten Aufguss habe ich eineinhalb Minuten ziehen lassen. Dann habe ich gleich probiert und ich muss sagen – ein richtig krasser Grüntee!

Obwohl die Tassenfarbe eher gelb-beige war, schmeckt man das Grün. Vor allem aber hatte der Tee fruchtige Noten wie von Mandarine und Passionsfrucht und leicht bittere, frische Anklänge, die mich an Grapefruit erinnert haben.

Nach dem ersten Aufguss hat sich die Farbe der gequollenen Teeblätter verändert: Sie sind nun leuchtend grün geworden. Außerdem duften sie ganz arg nach Früchten – fast wie ein Multivitaminsaft: nach Zitrusfrüchten, Papaya, Guave, Mango, Passionsfrucht und vielem mehr.

Japan Shincha Kirisakura First Flush
Teeblätter nach dem ersten Aufguss

Den zweiten Aufguss habe ich wie den ersten aufgegossen: 300 ml Wasser bei 60° C mit einer Ziehzeit von 1,5 Minuten. Dieser Aufguss war etwas herber als der erste, da ich die Ziehzeit nicht reduziert hatte und die Blätter ja schon gequollen waren.

Japan Shincha Kirisakura First Flush
Tassenfarbe des zweiten Aufgusses: eher gelb

Dritter Aufguss: 300 ml Wasser bei 60° C mit einer Ziehzeit von 2 Minuten. Ein sehr runder, etwas weniger fruchtiger Aufguss mit einem neuen Aroma: frisch gemähtes Gras. Auch der Tee war weniger beige und mehr grün.

Japan Shincha Kirisakura First Flush
Tassenfarbe des dritten Aufgusses: grünlich

Vierter Aufguss: 300 ml Wasser, 70° C, Ziehzeit 2 Minuten.

Fünfter Aufguss: 300 ml Wasser, 70° C, Ziehzeit 3 Minuten.

Sechster Aufguss: 300 ml Wasser, 80° C, Ziehzeit 3 Minuten.

Siebter Aufguss: 300 ml Wasser, 100° C, Ziehzeit 3 Minuten. Ja, ich hab wirklich einen siebten Aufguss probiert^^

Ab dem dritten Aufguss hat der Tee nicht mehr das volle Aroma wie zu Beginn gehabt sondern mehr wie ein „normaler“ (also günstigerer) Grüntee geschmeckt.

Aber ihr merkt: Ich bin ziemlich begeistert von diesem Tee 😀

Übrigens war die Reaktion meines Mannes, seines Zeichens beherzter Kaffeetrinker, der auch ein Tässchen probieren durfte: „Jå, kommä gedring’g.“ [fränk.: Ja, kann man trinken.] 😉 Dafür, dass das höchste Lob eines Franken normalerweise „Bassd scho“ [fränk.: Passt schon] ist, kann man das quasi als Jubelschrei auffassen 😀

Liebe Grüße

Michaela

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14 Gedanken zu “Ein Tässchen Tee – Japan Shincha Kirisakura

  1. Ich trinke auch sehr gerne grünen Tee. Mit den deutschen Zeitangaben komme ich aber überhaupt nicht zurecht. Meine ziehen immer so 60 bis 90 Sekunden und entwickeln dabei nicht diese bittere Note, die man sonst sehr häufig bekommt, wenn man ihn die angegebenen 3-5 Minuten ziehen lässt. Mit dieser kurzen Ziehzeit habe ich auch schon eingefleischte Grünteehasser konvertiert. Shincha, bedeutet das kleiner Tee oder feiner Tee? „Cha“ ist zumindest im chinesischen „Tee“ und ich glaube in Japan ist das Wort gleich. Die Schriftzeichen dürften aber unterschiedlich sein. grübel

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    1. 3-5 Minuten sind wirklich zu viel, so lange sollte kein Grüntee ziehen. Hatte auch schon die gleiche Erfahrung mit Leuten, die Grüntee nicht mochten, weil er „immer so bitter“ schmeckt. Lediglich die späteren Aufgüsse kann man länger ziehen lassen, wenn viele der Bitterstoffe schon ausgeschwemmt sind. „Cha“ heißt, wie im Chinesischen, auch auf Japanisch „Tee“, das stimmt. „Shincha“ bezeichnet den ersten Tee einer Ernte, also die ersten, feinen Spitzen, die im Frühjahr geerntet werden. Insofern ist „feiner Tee“ sinngemäß eine ganz treffende Übersetzung; wörtlich übersetzt würde es wohl „neuer Tee“ lauten.
      Liebe Grüße!

      Gefällt 2 Personen

  2. Tee trinke ich meistens nur einmal die Woche, die klassischen Teesorten sind auch nicht so meine Welt, am liebsten mag ich sowas ungewöhnliches wie Roibosch Orange oder derzeit sehr gerne Roibosch Bratapfeltee ^^; Schön aber das der Tee dir zugesagt hat… und einem Franken OoO staun 😉

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  3. Ich bin leider kein Fan von dem tee, wollte dir aber raten dir villeicht mal eine original japinisch Teezeremonie anzusehen, weil das echt nochmal was ganz andres iost und mir echt Spas gemacht hat. Ich weis nicht genau wo man sich das ansehen kann, ich hab es in Hamburg in einem Museum live beobachten koennen, aber du findest sicher was.
    -Missy

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    1. Ja, da war ich leider noch nie dabei… Ich weiß, dass es auch die Möglichkeit in München gibt, im Englischen Garten… Einmal im Monat, oder so, (außer im Winter) wird dort eine Zeremonie abgehalten, bei der man, wenn ich mich richtig erinnere, selber dabei sein kann. Werde mal gucken, wann nächstes Jahr wieder was ist bzw. ob’s das überhaupt noch gibt^^

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